Der jüdische Student
- Journal
- Der jüdische Student
- Volume
- 7 (1910-1911)
- Issue
- Heft 7 (31.10.1910)
- Date
- 1910-10-31
- Page
- [Seite] (sequence 5)
- Language
- German
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Der jüdische 5 rüden:. 1*1 den Zionisnuis aufzuerlegen. — Diese Lehre - muss'te. auf jeden empfindenden Menschen durch ihre aeslhetlschen und moralischen Qualitäten -Eindruck machen. Wenn sie trotzdem eine radikale und rücksichtslose Bekämpfung verdiente, sobald sie mit dein Ansprüche hervortrat, Anhänger zu .-gewinnen,, so gab es daiur* folgende Gründe: Jede .geistige Bewegung bedarf, '\veim sie zu. Macht, gelangen- und sich durchsetzenwill. . der Organ i s a - - tion , ■ d; h. - der Bindung ihres .geistigen Gehalts, ih . feste/ imverbf üchl iche Formen. Organisation ist auf die Mass*e. auf den Durchschnitt berechnet; Organisieren heisst also,- um" des' Zweckes willen das Individuelle für das Allgemeine hingeben. Der Zionismus bedarf des Baseler Programms, als der Fixierung des Minimums dessen, was er an- Gesinnung fordern muss; er . bliebe sonst ein. angreifbares -Fluidura.' ein erlesener Genuss vielleicht für viele Einzelne. Das verkennt Zlocisii. Er übersieht, dass seine Thesennie für einen anderen Bedeutung. gewinnen können als. für. ihn, dass ihnen /die - Kraft - fehlt, - sich ins Reale umzusetzen, und dass er nur irritierend wirkt, wenn er sie als -politische Forderungen ausspricht.*) — - Die Tendenzdebatieu der letzten Jahre haben, wie gesagt, zu einer gewissen Klarheit geführt. Hier ist nun zunächst noch eins zu bemerken. Es ist nicht'. wahr, . dass dieses Bewassisein-;- von der Bedeutung und Aufgabe des "B. J.-C. selion. früher; bestanden hat. Die Geschichte . von der ..guten, alten. Zeit" ist auch hier ein Märchen. . Jene heroischen Tage, in denen Zwirn/ und Rosenkranz Chargierte waren und der Fuxenstali' aus lauter heutigen Berühmtheiten bestand, dürften, an ihren Er-.- folgen gemessen, an Glanz verlieren. Allerdings scheint es., dass damals zuerst im V. J.' St. ein gewisses Solidaritäts- und. Korporationsgefühl erwachte, dass Zwirns Persönlichkeit zuerst. einen Brennpunkt für alle V. J. St 'er-Besjrebungen bildete.. Die alten Protokolle, die wir jetzt kennen lernen, zeigen, dass damals Zwirn wenigstens •; teilweise Weiterführte, was F r ied e m a n ii- ■ seinerzeit-; begonnen, aber gegen so korporationsfreincle, ja -feindliche' Elemente wie Zlocisti und Heinrich Löwe nicht hatte durchführen können! Wenn .mau; dies zunächst einmal ' festhälterscheint es um so seltsamer, wenn in der Praxis Zwirn und seine : damaligen Gegner' im -wesentlichen einig, zu" sein scheinen —r eiiie Einigkeit, die allerdings oü genug in' die Brüche geht . *) .-Eine.' kleine Abschweifung. Zlocisti hat wohl die Absicht, ein- mal mit historischen Arbeiten hervorzutreten. Es wird ' interessant sein, zu sehen/ wie sich die jüdische Gesclurhte .des 10. .lalirliuuderts, die zum . ersten 'Mal wieder "p'o 1 i't i sehe Probleme aufgibt, . uater seiner Hand gestalten wird. AYas wird ihm nls: das Bedeutendste an Bends'" .-Persönlichkeit erscheinen? — Ehr bedeuieaues GesehichUw-erk/ wäre/'yioi- 1 ei'cht- ' die beste. - Propaganda -des -uationu! jüdischen. 'Gedankens. _ Aber es müsste mit" vTroitschkes Feder geschriehei) sein. ' ..'