Der jüdische Student
- Journal
- Der jüdische Student
- Volume
- 7 (1910-1911)
- Issue
- Heft 7 (31.10.1910)
- Date
- 1910-10-31
- Page
- [Seite] (sequence 6)
- Language
- German
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i -r2 ■ Der jüdische Student. muh wo sie besteht, vielleicht nur damit' zu erklären ist, dass. üheimauni unier all denen, die sieh namentlich zur' Bekämpfung-- der Resolution zusai rmicnf anden,. /Zwirn der einzige war, der' die Ounlitülen zu einem .Führer halle. *— Es. bedarf kaum des Beweises, dafürj wie - ephemer in wesentlichen Siückon die Bedeiu iung .jener Epoche gewesen ist. Was ist.: von ihr geblieben? Fast nichts! Ware der V. .J. St, damals das gewesen, was man' uns glauben machen will: diese geschlossene' Kernlruppe zielbe- •'wussier, disziplinierter Ziömsten und wirk!ich korporativ xusanimengesdüossener Akademiker — der B. J. C. wäre mit last einem halben Tausend, mit den zweiemhalbhimdcrr- Alien Herren darunter, 'heule eine ' M a c h t im jüdischen Leben Deutschlands, das Rückgrat des deutseben Zionismus. Aber was sehen wir tatsächlich? . Der Zionismus Zwirius und Rosenkranz* . kann. Iii cl] t hoch genug .ge wert et werden; ii'iv •' seine.'. Güte bringt fast jeder Tag uns neue Beweise.. Aber .ausser ihnen ist es nur eine Handvoll Alter Herren, kaum mehr als zwei -Dutzendr diese .meist persönliche Freunde der beiden, die ihre Schuldigkeit im jüdischen/ im zionistischen--Leben tut.. Die anderen? Sie sjnd zerstoben und vergessen. Sie sind Zionisten g-ewesen; der Zionismus ist ihnen eine Jtigendschwärnierei, .deren sie, klein und müde geworden, mit gerührtem Lächeln gedenken.- Und wenn sie sich noch" Zionislen nennen, so ist ihr Zionismus eine .Karikatur des grossen und starken Ideals. Ichglaube, eine Empfindung vieler jungen V. J; St/er wiederzugeben, wenn ich sage: wir haben, wenn wir einen Alten Herren. kennen - lernen, zunächst ganz' instinktiv eine Scheu, mit ihm '; über ■ jüdische Dinge zu sprechen — weil wir' ihm eine Beschämung und uns eine Enttäuschung ersparen, wollen. '— Gebliegen ist - hei den meisten nichts" als ein ganz verschwommenes und unklares alK gemein-jüdisches Gefühl, das ihnen selber so wenig wie. dem Judentum nützen kann. _~"'Undes. steht uns an den' Söhnen vaiu serer' Aken Herren dieselbe Aufgabe bevoiy die an ceiu Vätern hc-Ue geleistet sein sollen. — - - . .A^; V Und wie steht es unter unser en 'Aktiven? . jiiner^ der mit .grosser Liebe Jh -J. C/er isd, hat einmal gesagt/ „Es kann kann keiner von turs wissen, ob er morgen noch Y. J. St.'er ist." - ' In diesem Ausspruch steckt etwas Ricditiges. Grade wer. immer '' wieder*-mit Erneuter Lust an-die Arbeit für den B. J. C geht — weil er clor Ansieht"ist, däss der' B.- J. C. das beste Mittel ist, die jüdischen - Akademiker Deutschlands und "damit die deutschen Juden .überhaupt für den Zio*iismus zu gewinnen ' —- wird oft •verstimmt" vonden Zusammenkünften der V. J., St/er iortgehen und sich sagen, dass' auch die Stimmung, die heute nnter den Aktiven herrscht;, uns der Sorgen " über die Zukunft der V. J. St.'en n.iciu "überhebt. Wer hat nicht " schon empfunden^ " däss diesny jungen Menschen,' die sich mit dem guten Wort-Buh- * desbruder anreden3 . im. Grunde ' einander entsetzlich fremd sind?