Der jüdische Student
- Journal
- Der jüdische Student
- Volume
- 7 (1910-1911)
- Issue
- Heft 6 (21.9.1910)
- Date
- 1910-09-21
- Page
- [Seite] (sequence 8)
- Language
- German
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150 üqion nichts übrig bleibt, als die Apologetik Und so ist es gewesen; A pologct; k: >: d a< Resu11at u nserer Ii imcl er(jährigen En t wickUmg, A po 1 o- "^■trk~biicb~TTTi'?^ sind wir selbst, jeder von uns eine zweibeinige Apologetik. Wir leben von den Angriffen auf uns. .Und wenn wir auf die Anpreisungen fremder Werte sagen können: Das haben; wir auch!" oder gar; „Das hatten wir vor euch!", so gilt es uns als ein TrhmVp'lr. Apologetik, das ist der Wert der jüdischen Ethik, für uns in unserer Zeit.. .Denn wie könnte es auch anders sein? Was kann .ein System, ein Lehrgebäude, : ein Gedankenkomplex', fein säuberlich eingeschachtelt in Kapitel und Paragraphen, was kann, frage ich, ein solches System der Ethik einem wirklich religiösen Gemüte bedeuten? Was kann es bedeuten, selbst, wenn es in religionsphilosophische Begriffegekleidet wird? Der jüdische' Gottesbegriff ist der wahrste, reinste, höchste! * So ist es, wahrlich! Aber was nützt, uns der Gottesbegriff, wenn wir es verlernt haben, die Hände zu Gott zu erheben" Was nützt uns Religionsphiiosophie, ..wenn-wir keine Religion mehr haben? Was nützt es der durstigen Seele, wenn ihr die Wahrheit und Vernunftgemässheit der jüdischen Göttesidee expliziert wird? Was. dem sehnenden Herzen, wenn es mit der Moral gefüttert wird? Das sind doch alles Kristallisationen, denn, es sind. Begriffe.. Durststillende Bonbons allenfalls, aber die Seelen brauchen Wasser. Und. das Wasser fhesst nicht mehr. Die Gotteshäuser sind verödet. Mussten veröden^,'weil in ihnen nicht religiös, sondern nur üb e r Religion gepredigt wurde, über die Dinge, nicht in den Dingen. So wurden die halbwachen Gemüter eingeschläfert, die ganz wachen, wirklich. religiösen, geradezu abgestossen. . . '. v,. . '". : / . .' . Und . das nennt man Anknüpfung" an die „Propheten" und schmeichelt sich, eine Reformation erlebt zu haben, eine Renaissance des klassischen Zeitalters unseres religiösen Werdeganges. Anknüpfung an die . Propheten: O deus deus klagt der Chronist. Anknüpfung an die Männer, denen Gott ein brennendes Feuer iii den Gebeinen war?. An die Männer, die,. als Gott sie sandte,, aufschreien mussten: Mein. Inneres," mein Inneres? An die Männer, die aus den Schafhürden ihres Dorfes traten und ' auf den Altar schlugen, dass die Gesimse bebten? An- Hosea und Jeremfa, denen •die Ethik, die sie schufen, nicht wie'unseren modernen Philosopbiepropheten aus dem metaphysischen Begriff Gottes . erwuchs, sondern aus ihren, persönlichen Erlebnissen, daraus/dass dem einen das Weib weglief, das ex liebte/ dem anderen der nahende Zusammenbruch seines Volkes eigener Zusammenbruch ward. - 'Erleb nis! Da haben wir das. Wort. Das ist's,was uns heute fehlt/ - Religion will - erlebt/ sein: Und wolltea wir an die Propheten anknüpfen, so müsste uns das. Judentum erst wieder Erlebniswerden/. - "' V.:- ';-■..:■//■•' •. -. ~ ■ . ./. - . Vzs. Judentum, als Erlebnisf/.Das ist -die" Schicksalsfrage, vor der wir heute stehen. / Der wir ins Auge, blicken 'müssen,- mit dem