Der jüdische Student
- Journal
- Der jüdische Student
- Volume
- 7 (1910-1911)
- Issue
- Heft 2-3 (21.6.1910)
- Date
- 1910-06-21
- Page
- [Seite] (sequence 21)
- Language
- German
- Belongs to
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Der jüdische Student 61 Die Grundlage unseres Bundes ist das gegenseitige Vertrauen und das gegenseitige Verstellen. Alle ur.^ure Arbeit trat keinerlei Sinn, wenn es un> nicht gelingt, durch den B. J. C. eine Gruppe von Menschen zu schallen, von denen der eine für den anderen einsteht und von denon der eine den andern verstehen will, Und — es ist selbstverständlich — niemandem gegenüber ist dieses Vertrauen so notwendig, wie der Instanz, die zwischen den KartelUagen den B. J. G. leitet-, und eile ja allein vom Vertrauen des B. J. C. lebt — dein Präsidium; und gerade dies bat der K. T. vermissen lassen. Zwirn war. fast das* einzige Mitglied dieses Kartelltages, das ein Verständnis dafür hatte, dass sich der B. J. C ins eigene Fleisch schneidet, wenn er die Autorität des Präsidiums untergräbt: fast alle andern' sahen das nicht ein. Es' war betrübend. Man hat . den Tisch des Präsidiums auf dem K. T. die Anklagebank genannt, und kaum einer hatte ein Verständnis dafür, dass das ein unwürdiger. Zustand war. Der Vertreter des V. J. St.-Strassburg hatte ein halbes Dutzend ellenlanger Resolutionen gegen das Präsidium mitgebracht (darunter auch eine gegen das Präsidium, das auf dem Breslauer K. T. bereits dechargiert war; aber das störte ihn nicht); wir mussten erst durch Rosenkranz erklären lassen, dass wir vom K. T. verlangen, dass er darüber zur Tagesordnung übergeht, und trotzdem fand dieser Antrag nicht die genügende Mehrheit. Man hatte kein Verständnis dafür, dass durch diese Art, uns zu behandeln, uns jede Arbeit unmöglich gemacht und jede Arbeitsfreudigkeit genommen werden musste. Man hatte kein Verständnis dafür, dass wir dem B. J. C. mehr Zeit opfern, als vielleicht irgend einer, und dass uns bei unserer Tätigkeit nichts anderes als das Interesse für den B. J. C. leitete. Wir verzichteten darauf, unser Material einem Kartelltage vorzulegen, der nicht die geringste Lust dazu verspürte, In irgend einer Sache auf unsere Intentionen einzugehen. Hätten wir es getan, dann wiiren wir.die Ankläger gewesen. Aber eslag uns nichts daran; wir wollten uns nicht verteidigen wie kleine Schüblingen ihrem Lehrer gegenüber. Wplffsqhn "sagte auf dem Kongress, man behandele ihn so, als ob er sich um die Stelle irgend eines Portiers in einem, zionistischen Institut beworben hätte, nicht wie den Präsidenten. Es liegt mir fern, uns mit unserem YVolffsohn und den B. J. C. milder zionistischen Partei zu" vergleichen; aber an dieses VTort unseres Präsidenten musste ich an diesem Kartelltage oft denken. Es ist wahr, man sprach un> zum Schlüsse das Vertrauen aus und' missbilligte die ungehörige Kritik, die an uns geübt worden -war. Was seilte man >h;;u al^r auch sonst machen? Man hatte ja kein anderes Präsidium," man brauchte uns ja. Aber daran hatte vorher keiner gedacht, dass es nicht gerade