Mannheim
Compact Memory

Der jüdische Student · 1910-06-21 · Heft 2-3 (21.6.1910) · p. [Seite]

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Der jüdische Student
Volume
7 (1910-1911)
Issue
Heft 2-3 (21.6.1910)
Date
1910-06-21
Page
[Seite] (sequence 10)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
96% known words query
IRI
…/3537599-3537678-3537681--1518-3539620
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

50 Der jüdische Student. sich bringen würde und auch in Kreisen, die dem K. C. und B. J. C. durchaus sympathisch gegenüber stehen, lebhaftes Berremden, wenn nicht Entrüstung hervorrufen würde. Wir sind der festen Zuversicht, dass auch Sie im Prinzip unseren Standpunkt teilen und dass sie eine friedliche Erledigung', welche alle Teile befriedigt, nicht ungern sehen werden. Wir wissen zwar, dass bei Ihnen sowohl, wie bei unserem K. V. die spontane Initiative zu einem solchen Ausgleich dem Widerstand eines gewissen studentisch-korporativen Gefühls begegnen wird. Wir hoffen aber, dass die Bemühungen der beiden mit Vollmacht des Präsidiums nach Freiburg reisenden Herren, des Herrn Referendar Felix Rosenblüth und des Herrn cand, med. Felix Danziger, den wünschenswerten Erfolg haben werden. Wir bemerken ausdrücklich, dass erst jetzt gleichzeitig mit Ihnen unser K. V. von diesem Vorgehen des unterzeichneten Bundespräsidiums benachrichtigt wird, welches der Absicht entspringt, der jüdischen Sache einen schweren Schaden zu ersparen. Mit jüdisch studentischem Grusse Das Präsidium des Bundes jüdischer. Corporationen gez. Dr. Rosenkranz, * t Vorsitzender." Die Besprechung der Präsidiumsdelegierten mit drei Herren vom K. C., der zwei Mitglieder des V. J. St. Freiburg beiwohnten, ergab den oben gekennzeichneten Sachverhalt. Auf das Einwirken der Präsidiumsdelegierten hin, erfolgte eine schriftliche Revokation des V. J. St Freiburg, worauf die Ghibellinia die Erklärung abgab, dass sie mit Rücksicht darauf, dass es sich um zwei jüdische Korporationen handle, auf die Austragung der Suite verzichtete. Die Vertreter des B. J. C. trugen kein Bedenken, die weitgehendste ^Nachgiebigkeit zu zeigen, da wichtige jüdische Interessen auf dem Spiele standen, insbesondere eine Gefährdung des Ansehens der jüdischen Studentenschaft zu befürchten war. Dieses Verhalten basierte natürlich auf der Voraussetzung, dass der K. C. — was sich nach unserer Meinung für jüdische Korporationen von selbst versteht — in ähnlichen Fällen sich in gleicher Weise vom engherzigen und kurzsichtigen Korporationsstandpunkt frei machen würde, eine Voraussetzung, die sich jedoch schon nach kurzer Zeit als irrig erweisen sollte. " - Zwei Monate darauf schwebten zwischen der Ghibellinia und dem V. J. St. Freiburg wiederum Veihandlungen wegen einer Differenz über die Austragung einer Mensur. Ein V. J. St.er, der gegen einen Ghibellinen* hing, verliess nach bestandenem Examen aus privaten Gründen Freiburg und verlangte, dass der Ghibelline ihm nach seinem nunmehrigen Aufenthaltsort, Berlin, zur Austragung nachziehe; wozu er als Geforderter formell das Recht hatte. Die Ghibellinia verlangte, dass er in Freiburg, dem Orte des E. G., antrete. Während der noch schwebenden mündlichen Verhand-

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.