Der jüdische Student
- Journal
- Der jüdische Student
- Volume
- 7 (1910-1911)
- Issue
- Heft 2-3 (21.6.1910)
- Date
- 1910-06-21
- Page
- [Seite] (sequence 7)
- Language
- German
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Der jüdische Student. 47 wartet, dass die Arbeit im B. J. C. wie in den letzten Jahren planmässig fortgeführt wird.0 Um nicht durch die evtl. Ablehnung beider Anträge dieselbe unangenehme Situation herbeizufuhren, die de?' K. T. soeben erlebt hatte, wurde die Abstimmung so ausgeführt, dass der Antrag als angenommen gelten sollte, auf den sich die grössere Anzahl von Stimmen vereinigten. Die namentliche Abstimmung' ergab die Annahme des Antrags Zwirn -Löwe mit dein Stimmenverhältnis 12: 7: 2. 7 Stimmen fielen auf den Antrag Zlocisti, 2 Stimmen (München! wurden gegen beide Anträge abgegeben. Die Resolution war damit mit 19 gegen 2 Stimmen aufgehoben, doch erklärten die Vertreter der Maccabaea zu Protokoll, dass sie gegen die Aufhebung der Resolution seien und nur für den Antrag Zwirn-Löwe gestimmt hätten, um die Annahme des Antrags Zlocisti zu verhindern. Damit war um v-i 12 Uhr nachts der erste Punkt der Tages- . .-Ordnung erledigt. Dem zweiten Punkte der Tages-Ordnung lag die folgende Erklärung des Präsidiums zu Grunde: ~" - Nachdem das Präsidium auf Antrag dreier K. V. K. V.. * einen a. o. K. T. beschlossen hat, sieht es sich zu folgender Erklärung gezwungen: - Der 9. K. T. hat uns in eine ungemein schwierige Situation gebracht. Er hat in den grundlegenden Fragen der Tendenz eine •Resolution angenommen, die bei einem erheblichen Teile der B. J. C.er heftigen Widerspruch auslöste. Obwohl auch unter uns die sachlichen Ansichten über die Tendenzinterpretation verschieden sind, hielt es das Präsidium als Ganzes — in der Erkenntnis der Verantwortung, in der Zeit zwischen zwei Kartelltagen das einzige Organ des B. J. C. zu sein,' — für seine wichtigste Pflicht, die Einheit des B. J. C. nach aussen und innen zu wahren. Wie wir bereits mehrfach erklärt haben, waren wir einstimmig der ".Meinung, dass dieses Ziel nur dann erreicht werden könne, wenn die beabsichtigte Revision des Beschlusses dem nächsten ordentlichen K. T. überlassen blieb. Deshalb setzten wir, ohne zu dem Inhalte der Resolution Stellung zu nehmen, unsere ganze Autorität lediglich dafür ein, der Einberufung eines a. o. K. T. entgegenzuwirken. Diese Zurückhaltung wurde von einem Teile der B. J. C.er als Parteinahme gedeutet und trug uns eine Kritik ein, die- — in ihrer Form ungelwrig ,— Verständnis ,und Vertrauen zu unserer Politik durchaus -vermissen liess. Und drei Vereine setzten sich sogar über unsere schwerwiegenden Bedenken hinweg, und " zwangen uns — unsere jetzigen Statuten berechtigen sie dazu —, unter Aufgabe unserer bisherigen Politik wider unseren Willen den ao. K. T. einzuberufen. Dass das vom B. J. C. gewählte Präsidium in einer so entscheidenden Frage innerhalb des B. J. C. eine solche Niederlage erleiden konnte, lässt den Zweifel begründet erscheinen, ob wir noch das zur Leitung der Bundesgeschäfte erforderiiehe Vertrauen des B. J. C. besit/.eh; andererseits erscheint es uns auch wünschens-