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Der jüdische Student · 1910-04-27 · Heft 1 (27.4.1910) · p. [Seite]

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Journal
Der jüdische Student
Volume
7 (1910-1911)
Issue
Heft 1 (27.4.1910)
Date
1910-04-27
Page
[Seite] (sequence 35)
Language
German
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\ Her jüdische Student. 37 Der akademisch - russische Verein Müht nur durch seine literarische Sektion, die jode Woche ein bis zwei Dichterabende abhält. Nun, da die Russen sich endgültig .ms dem zionistischen Verein zurückgezogen hatten, hätten wir dei:;>jhen Zionistcn doch leichte Arbeit haben müssen, könnte rhu;: denken. Für einen zionistischen Verein kann m-an aber — und das ist ja seit dem K. T. auch im B. J. C bekannt - unter Assiniilanieiv nicht keilen. Dr. Cohen, der Versitzende des zionistischen Vereins, ein Holländer, der ein ganz famoser Zionist und Agitationsreder ist, war denn auch zu der Ueberzeugung gekommen, dass etwas ..anderes gemacht werden müsse. Ende Dezember lernten wir uns kennen.. Wir konnten also erst Anfang Januar mit der gemeinsamen Arbeit beginnen. Das erste war natürlich, dass wir uns die Adressen der Leipziger jüdischen Studenten verschafften. Als wir die Adressen hatten, Hessen wir Einladungen tippen, in denen icli „persönlich" zu einer Besprechung über die Lage der jüdischen Studenten deutscher Staatsangehörigkeit" zu kcmjnen bat. Und siehe da, von den 55 Leuten waren ca 23 da. Ich hielt das Referat, Heinrich Loewe, der auf Ersuchen des Präsidiums in aufopfernder Hingebung zu dieser Versammlung nach Leipzig kam — u n s r e s dauernden Dankes ist er gewiss — sprach mit berauschenden Worten in der Diskussion. Der Erfolg war der, dass noch in derselben. Nacht ein Komitee aus der Versammlung heraus gewählt w'urde, däs für die regelmässige - Abhaltung von solchen Diskussionsabenden sorgen sollte. Dieser Tag, an dem wir von neuem den Assimilanten Leipzigs den Krieg erklärten, war der*24. Januar 1910. Wir können mit den Früchten dieses Tages zufrieden sein. Es folgten in den wenigen Wochen, die das Semester noch hatte, noch 4 Versammlungen, in denen ~—~ am 7. 2. Herr Dr. Collen über ,,die jüdisch - nationale Idee als einziges Mittel zur Erhaltung des Judentums'' - „14. 2. Herr cand. phil. Ascher über „Jüdische Kulturarbeit" . 23. 2. Bbr. Marcus über „die Assimilation und den jüdischen Studenten". „ 28.2. Herr Dr. Cohen über „die jungjüdische Literatur' sprach. Jedesmal schlössen sich für uns mehr und minder interessante Diskussionen an, die meistens noch im Cafe .fortgesetzt wurden. Die. Frequenz schwankte. Am wenigsten Leute waren an dem einzigen Abend (freilich am Liisstägabend) da, der beim Rektor angemeldet und von ihm genehmigt war. Das scheint manche ängstlichen Gemüter abgeschreckt zu haben. Immerhin hat sich ein fester Kreis von ca 15 Leuten gefunden, die gew ::h w aren, sich in jeder Form zu konstituieren. Da aber viele (ca m von diesen z. T. ältere Semester waren, z. T. s<;k;rt wieder U / zig verliessen, und die Aussicht auf genügende); Fnxenzuzug .sehr unsicher ist, war ich in jejedem Falle gegen eme Yereinsgü ,.ümg. Wir wählten daher in

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