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Der jüdische Student · 1910-04-27 · Heft 1 (27.4.1910) · p. [Seite]

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Journal
Der jüdische Student
Volume
7 (1910-1911)
Issue
Heft 1 (27.4.1910)
Date
1910-04-27
Page
[Seite] (sequence 20)
Language
German
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Der jüdische Student legte Gegensatz zum Nationalismus uns zeigt. Die oft gehörte Phrase: Für den Orthodoxen lassen sich Religion und Nation garnich: trennen, er ist eo ipso national, ist in der Tat nichts als Phrase. Denn ^as heisst: national sein?"— National sein um der Nation willen! — Der Orthodoxe aber ist national um der Religion willen! — weil die Religion es ihm befiehlt. Die Religion ist der Regulator seines Lebens, ihre Vorschriften zu erfüllen, ist höchstes Gebot; unter ihren Geboten figuriert auch (direkt und indirekt) Zionsliere, ergo liebt.man seine Nation. Ist das aber Nationalismus? — Die Nation duldet keine anderen Götter neben sich, und sie will um ihrer selbstwillen gelieb.t sein, nicht weil es befohlen wird. Nun ist die Möglichkeit nicht zu bestreiten, dass ein Orthodoxer auch direkt (nicht auf dem Umwege über die Religion) zur Nation kommen kann, aus dem inneren Drange heraus, der den» Nichtreligiösen zur Nation fülirt. Dann ist aber immer noch nicht sicher, dass er sich Nationaljude nennen darf. Er müsste sich, frager*, was ihm denn nun das Höchste ist, die Nation oder dte Religion. Man stelle einen solchen „nationalen" Orthodoxen vor den logisch möglichen Konflikt, zwischen Nation und Religion zu wählen, zu wählen zwischen einem Staat der jüdischen Rasse (Staafc^Nation in vollkommener. Gestak) -ohne jüdische Religion und der jüdischen Religion ohne (jüdische) Nation (als Bekenner Menschen, die nicht der jüdischen Nation angehören). An der theoretischen Möglichkeit des „jiW dischen Staates ohne jüdische Religion" ist nicht zu zweifeln, denn das Subjekt Nation kann durchaus ohne eines meiner Attribute (Religion) auskommen, so gut wie ohne Sprache. Für den zweiten Fall (Juden nicht - jüdischer Rasse) gibt es Beispiele genug. Der bezeichnete Konflikt wird wohl niemaß praktisch werden, aber an ihm lasst sich in seiner Lage ausgezeichnet die Geistesrichtung des Naticnaiiuden und des Orthodoxen demonstrieren. Dann wird sich entscheiden, wes Geistes Kind unser Orthodoxer ist. Ist er wahrer Nationaljude, so wird er nicht zögern, sich eben für -seine Nation, seine R a s s e zu entscheiden, mit zu arbeiten am weiteren Schicksal des angestammten Volkes auch ohne die schmerzlich vermisste Religion. Aber würden unsere Orthodoxen das tun? •—• ' Sie denken garoicht daran! Vivat religio, pereat nundus! — Während für den Naticnaiiuden die. Nation das ist, wofür jedes Opfer gebracht werden rr.i^s (auch eventuell ein so charakteristisches National-Produkt wie die Religion), bringt der Orthodoxe jedes Opfer dem Gesetz, der Reügi 'n. (auch'die jüdische Rasse, wenn nötig). Dass das eine völlig ver>cu.":dene Auffassung vom Nationalen und von den letzten Ten-, denzen voraussetzt, ist jedem logisch Denkenden klar. Darr.it ist auch der Einband zurückgewiesen, den man machen köi.r.re: .JEs ist doch gleichgültig, auf welchem Wege jemand zum r.ati'r^len Bewusstsein kommt, wum er nur überhaupt dorthin k^rurr.:/" Das ist hier keineswegs gleichgültig: Im letzten Grunde

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