Der jüdische Student
- Journal
- Der jüdische Student
- Volume
- 7 (1910-1911)
- Issue
- Heft 1 (27.4.1910)
- Date
- 1910-04-27
- Page
- [Seite] (sequence 17)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 96% known words query
- IRI
…/3537599-3537678-3537680--1485-3539586- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
19 Die weiteren Bemerkungen des Rundschreibens sind so belanglos, dass ich mir erspare, naher auf sie einzugehen. Zusammenfassend möchte ich nur noch einmal sagen: Stützt Euch nicht auf formale Gründe, die nicht existieren. Lest und versteht im übrigen die Resolution richtig, —, dann wird sie nicht so schrecklich erscheinen, als dass man nicht noch 1 1-> Semester mit dem K. T -Kämpf gegen sie warten könnte. Ich warne vor dem a. o. K. T., der auf jeden Fall nichts Gutes bringen wird. Ich warne auch im Interesse der Opposition aus taktischen Gründen." ich habe Ursache'anzunehmen, dass die Berliner A. Ii. A. H.,. die auf einem ordentlichen Kartelltag die Aufhebung der Resolution in irgend einer Form befürworten würden, auf dem a. o. K. T. für die Aufrechterhaltung der Resolution eintreten würden. Schon um festzustellen, dass man nicht immer nach einem a. o. K. T. schreien soll, wenn es gilt, sich einmal einer andern Ansicht zu beugen. München^ den 9. April 1910. "v. — " . - Von unseren Füxen. Der jüdische Orthodoxismus vom nationalen Standpunkte.*) Von Erwin Goldemann (Maccabaea) Von den geistigen Mächten im Judentum der Gegenwart ist der Orthodoxismus (wie Arthur Ruppin in „Die Juden der Gegenwart" diese Macht nennt) eine der bedeutungsvollsten. Er zählt im Westjudentum eine Minorität, im Ostjudentum die Masse des jüdischen Volkes zu seinen Anhängern. Das Ostjudentum aber wird den Grundstock, den Unterbau für jedes zukünftige politische Gebilde^ im. Gesarhtjudentum abgeben, und es ist deshalb dringend nötig, übef^die Elemente einer geistigen Macht klar zu werden, die diese Massen regiert, diese Massen, die die Objekte der gegenwärtigen zionistischen . Arbeit sind und die Subjekte der jüdischen Zukunft sein werden. Wir wellen den Orthodoxismus zunächst objektiv - praktisch seinem Effekt nach betrachten, sodann subjektiv vom National-jüdi- . sehen aus sein innerstes. Wesen darzulegen suchen. Wir werden dazu vor allem die geschichtliche Entwickelung des Orthodoxismus von seiner^Geburt bis zur Gegenw art uns anzusehen haben. . 1 j %j Geboren wurde der Orthodoxismus aus der drängenden Not heraus. Aus Babylon zurückgekehrt, musste das jüdische Volk,~~ Es sind nicht die schlechtesten, im.Gegenteil die für die Zukuntt vielversprechendsten Burschenarbeiten, deren Charakteristikum man eine gesunde Einseitigkeit nennen kann. Woraus zugleich erhellt, dass es einen Mangel an Augenmass bedeuten würde, gegen bekämpfenswerte Ansichten in solchen Arbeiten mit gar zu schwerem Geschütze zu Felde zu ziehen. Eine Erwiderung auf den Aufsatz von Kbr Culdemann ist übrigens bereits in Aussicht gestellt. " M.