Der jüdische Student
- Journal
- Der jüdische Student
- Volume
- 7 (1910-1911)
- Issue
- Heft 1 (27.4.1910)
- Date
- 1910-04-27
- Page
- [Seite] (sequence 16)
- Language
- German
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18 irr unglaublicher Erkennung der Bedeutung eines Kartelltages an-, nehmen., .-.mehrere Vereine gleicher Anschauung -durch einen Delegierten" vertreten sind. Dann seilen sie das Urteil einem gut vor: bereiteten Kanelkng überlassen, der allerdings vielleicht nicht die Ansicht der Majorität der Bundesbrüder, aber die Meinung der besten und erfahrensten B. J. C.-er zum Ausdruck bringen wird. Ich komme zu den sachlichen Einwänden gegen die Resolution. Hier habe ich nun den furchtbaren .Verdacht, dass die Strassburger die Resolution nicht ganz verstanden haben. Sie verlangt nämlich, — anders, als der ..fast gleichlautende** aber doch immerhin etwas, anders lautende Königsberger Beschluss —: „es s^ll bei Burschungen etc. auf die zionistische Entwicklung der Bundesbrüder entscheidendes Gericht cftle^t werden*. Dass hier die Beurteilung der . * _ * zionistischen ..Untw irkelun^". nicht zionistischen ,,GesinnunglC der Bundesbrüder verlangt wird, haben die Strassburger nicht beachtet. Es sollen eben gerade die Ent Wickelungsmöglichkeiten und -Fortschritte bei Burschungen und Tnaktivierungen geprüft werden. Schon der Wortlaut des Resolution schliesst die Deutung aus, dass Füxe , „die nicht im Eiltempo d. h. nach spätestens zwei Semestern sich zum Zionismus bekehrt haben, einfach hinaus zu werfen" sind. Nein! Man wird höchstens solche Füxe hinauswerfen müssen, die ihrer ganzen psychologischen Struktur nach in eine zionistische Entwicklung nicht hinein zu führen sind, —. und auch da wird man mit dem Urteil immer sehr vorsichtig sein. Dass die Strassburger all dies missverstanden haben, beweist vor allem ihre Gegenresolution, in der sie es ablehnen, „in Zukunft bei Burschungen, Inaktivierungen und A. H.ierungen auf zionistische Gesinnung irgend welche Rücksicht zu nehmen." Sie wollen hier disziplinwidrig — einen K. T. Beschluss ablehnen, wehren sich aber gegen ei;?e gar nicht gestellte Forderung. Dagegen erklären sie in ihrem Rundschreiben für den „ganzen Zweck des B. J. C, langsam auf dein Wege der Evolution aus indifferenten Juden Zionisten zu machen." Ja, Evolution (franz. eyolution) bedeutet nichts anderes als Entwicklung, meine Lieben,! Was wollt Ihr also? Ich verstehe Euch nicht. Wie weit sich an Euren Mitgliedern die zionistische ..Evolution;' also der „Zweck des B. J. erfülltest, das werdet Ihr wohl auch als Hüter der „Zwecke des B. J. C." entscheidend berücksichtigen müssen. Ich verstehe notabene auch nicht, wie man für den einstimmig angenommenen Antrag Danziger: " Der K. T. erkennt, dass das Kartellstatut des B. J. C. einer ausführlichen programmatischen Erklärung bedarf. Die m ' Orundla g e dieser.Erklärung, die als Arbeitsprogramm gedacht wird, ist die, dass die Arbeit des H. J. C. dein Zir.nismu s zu d i enen hat,— auf dem K. T. unbekümmert um Füxe und Alte Herren — eintreten konnte und sich daru-ch wegen der Tendenzresolution so entrüsten kann.