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Der jüdische Student · 1910-04-27 · Heft 1 (27.4.1910) · p. [Seite]

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Journal
Der jüdische Student
Volume
7 (1910-1911)
Issue
Heft 1 (27.4.1910)
Date
1910-04-27
Page
[Seite] (sequence 15)
Language
German
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Der jüdische Student. 17 nicht vielmehr um eine Frage gehandelt hätte, die seit Jahren das Tagesgespräch unserer B. J. C.er war, die in Fuxehstunden und Tendenzdebatten ständig diskutiert wurde! Und was hätte es ausgemacht,- wenn der Antrag vier Wochen vor Beginn des Kartelltages veröffentlicht worden wäre und Bbr. Blumenfeld noch einen guten Artikel dazu geschrieben hätte?! ~ Aber liegt denn den Strassburgern im Ernst soviel an einer , gründlichen Diskussion der Tendenz? Oder kommt es ihnen nur . darauf an, ihre Anschauung durchzusetzen? Wenn sie wirklich Be- - Schlussfassungen nur auf Grund ausführlicher vorheriger Auseinandersetzungen wünschen, so können sie nicht wollen, dass das Kartell eine abermalige Meinungsänderung in der Tendenzfrage zu Pfingsten auf einem a. o. K. T. dokumentiert. Dann sollen sie uns Zeit lassen, bis Weihnachten die Frage in aller Ruhe zu erörtern, und sich die Angst vor den plötzlichen schlimmen Folgen der Resolution verkneifen. Was ist deim jetzt für eine Diskussion der Tendenzfrage geschehen? Was liat vor allem Strassburg selbst dazugetan? Lange genug hast Du doch bei uns gelebt, lieber Edgar Weill, um nicht annehmen zu können, dass die fachlichen* Bemerkungen Eures Rundschreibens als eine erschöpfende Kritik unserer Anschauungen gelten dürfen. Weiter: man hätte diesen Delegiertenwahlen die Stellung der Kandidaten zur Resolution zu Grunde legen müssen. Dies Argument ist — gerade formell — nicht zutreffend, weil es den Strassbürgern ,ein wenig spät eingefallen ist. Warum hat man denn — selbst zu gegeben, dass die meisten» Vereine schon gewählt hatteji — keine Neuwahlen vorgenommen?! Dazu war, wie jeder Kenner der Geschäftsordnung weiss, die Möglichkeit durchaus vorhanden.. Ich glaube aber kaum, dass irgend ein Verein auch nur daran gedacht oder den Versuch gemacht hat, seine Wahlen zu ändern, ebschon man doch wusste, dass es sich um eine solche Angelegenheit" handelte. Am allerwenigsten wühl Strassburg selbst, das es für richtig befand, ein zweites Semester auf den K. T. zu delegieren. *) Aber liegt den-Strassburgern im Ernst soviel an einer beson- , ders sachgemässen Besetzung des K. T.? Oder kommt es ihnen nur darauf an, ihre Anschauung durchzusetzen? _ Wenni — was ich annehme — ersteres der Fall ist, so können sie nicht wollen, dass ein nach ihren Vorschlägen ganz mangelhaft besetzter a. o. K. T. eine Entscheidung in der Tendenzfrage trifft, ein K. T., auf dem, wie sie *) Diese Bemerkung enthält keine Spitze gegen unsern 1. Bbr. Klauber, dessen allgemeine Befähigung die Strassburger Bundesbrüder sicher richtig beurteilt haben werden. Ich konstatiere diese Selbstverständlichkeit nur wegen der kriegerischen Zeitläufte. — Wohl aber enthält die Bemerkung einen schwereren Vorwurf gegen den Verein als man aus der Deutung des Textes herauslesen wird.

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