Der jüdische Student
- Journal
- Der jüdische Student
- Volume
- 7 (1910-1911)
- Issue
- Heft 1 (27.4.1910)
- Date
- 1910-04-27
- Page
- [Seite] (sequence 9)
- Language
- German
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Der jüdische Student. tr tion unseres Programmes in zionistischem Sinne, also eine einschränkende Auslegung in Form eines K- T. Beschlusses, was mau unter Juristen und sonstigen vernünftigen Menschen als eine Programmänderung zu betrachten pflegt. Und das war die noch von Rosen-, blüth aufgestellte Mindestforderung. Besonders klare Köpfe verlangten einen Beschluss, demgemäss niemand vor seinem Bekennen zum Zionismus geburscht (!) werden durfte, ändere wieder wollten ein engeres, intimes Kartell zwischen d#er Makkabäa, Königsberg, Marburg und der Hälfte vom V. I. St-Freiburg gründen; die übrigen „Philister'7 und „Idioten" aus diesem intimeren' Freundschaftsbund harten und schonungslosen Herzens ausschliessen. Zu einer ernsthaften Diskussion kam es nur über die Rosenblüth'sche Mindestforderung. Gegen sie wurde von der Seite der Gemässig7 ten geltend gemacht, dass derartige Beschlüsse praktische Erfolge nicht erzielen könnten. Die offizielle Zionisierung des B. J. C. würde unsere Keiltätigkeit noch mehr erschweren, uns an einigen Orten unmöglich machen. Ferner wollten wir nur fre i wi f 1 ig e Zionisten im B. J. C. haben; d. h. solche Zionisten, die blos auf Grund ihrer eigenen persönlichen Erkenntnis ihres inneren Wesens und ihres Verhältnisses zur grossen Welt sich zu Zionistenbekennen wollen, nicht aber Zionisten, auf deren EntSchliessung ein Druck von Seiten der Korporation ausgeübt wurde;wir wollten nur Zionisten, deren Bekennen zum Zionismus nicht Gefahr laufen durfte, aus nicht sachlichen Motiven geboren zu werden: die nämlich deshalb sich zum Zionismus bekennen würden, weil sie dem offiell zionistischen B. J. C. angehörten und sich diesem anpassen müssten. Wir wollten keine blossen Korporationszionisten, und. deshalb hielten wir es für unsere Pflicht, energisch Front zu machen gegenüber dem Beginnen der radikalen Richtung, duch Kartellragsresoiutionen mit einer Massenfabrikation von Zionisten einzusetzen — so gern wir sonst unsern anerkannten Führern im B. J. C. Gefolgschaft leisten wollen. Und so wie die Lage damals in Königsberg, scheint sie sich auch heute wieder entwickeln zu wollen. Nur mit dem Unterschied, dass jene Kämpfe in Königsberg mit Rücksicht auf die vorangegangenen Debatten einigermassen verständlich waren. Man hatte das Recht auf Klarheit! Und nun frage ich nochmals: Was hat sich während dieser zwei Jahre ereignet, das die Stellung des Antrags Blumenfeld psychologisch erklären könnte! Was soll dieser Kampf, indem wir keinen Zoll mehr nachgeben können und dürfen? Hat Blumenfdd seit Königsberg alles vergessen und nichts dazu gelernt? Wo sind seine jüngeren zionistischen Bundesbrüder, die er auf den ersten Anhieb gewonnen hat, wieviele dagegen gibt es im B. J. C, die erst nach Jahren Zionisten geworden sind, und die sich nicht für weniger gute Zionisten halten, wie er und seine Anhänger zweifelsohne sich selbst! Wie viele von uns wären überhaupt nicht eingetreten, wenn sie die zionistische Tendenz des B. J. C. gekannt hätten, und