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Der jüdische Student · 1910-04-27 · Heft 1 (27.4.1910) · p. [Seite]

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Journal
Der jüdische Student
Volume
7 (1910-1911)
Issue
Heft 1 (27.4.1910)
Date
1910-04-27
Page
[Seite] (sequence 8)
Language
German
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Eine solche Verschiedenheit der Ansichten über die prinzipiellen Aufgaben des B. J. C. erregte damals auf beiden Seiten grosses Erstaunen und— ebenso grosse Entrüstung. Heute nach mehr als drei Jahren können wir diese Sachlage besser begreifen. Denn vor dem Strassburger K. T. kami von dem wirklichen Bestehen eines B. J. C. als einer einheitlichen und geschlossen vorgehenden Zusammenfassung der selbstbewussten jüdischen Akademiker keine Rede sein. Eine solche Betrachtung wäre unhistorisch. Es gab damals viele einzelne V. J. St.er, die alle von dem übergeordneten Namen B. J. C. begrifflich umfasst wurden, aber es existierte noch nicht der strafforganisierte B. J. C von einheitlicher Färbung, dessen einzelne V. j. St.en heute nur noch eine Art von ver\valtungstechnischen Zweigniederlassungen darstellen. Der B. J. C, wie er heute ist, wurde damals in Strassburg erst begründet. Blumer.feld, Herzberg und Rosenblüth gebührt das unstreitige Verdienst, diese Entwicklung des B, J..C, auf die wir heute schon mit Stolz blicken dürfen, durch die Durchsetzung ihres Antrags auf Einsetzung eines beständigem Präsidiums in Berlin in die Wege geleitet zu haben. Auch von unserer Seite wurde damals die Opposition und unser partikularistisches Streben nach Erhaltung der vollen Selbstständigkeit der einzelnen X V. K- V. bald aufgegeben, nachdem wir erkannt hatten, dass die Einsetzung des Präsidiums sich bewährte. (Wenigstens damals!); Im gleichen Schritt aber mit der organisatorischen Vereinheitlichung des B. J. C. ging die ideelle. Die vom V. I. St.-Berlin neu gegründete „Makkabäa" betonte — wundenschlagend und -empfangend — die Erziehung zum korporativen Sinn und ihre Mitglieder die rein zionistische Auflassung von unserer Tendenz. Sie hat manchem zum Nachdenken aufge-* geben und ihn zur Revision seiner Anschauungen, angeregt. Auch der von Strassburg ab im neuen Gewand erscheinende I. St. trug wesentlich .zum Ausgleich der Ansichten und insbesondere zur Stärkung des Gefühls der B. J. C.-Zusammengehörigkeit bei. - Und so konnte ein Jahr nach Strassburg auf dem Königsberger K. T. festgestellt werden, dass unter den Delegierten sich kein Nichtzionjst 'befand und sich die grosse Mehrzahl zur korporativen Disziplin bekannten. Ich glaube, dass dieser Rückblick auf die Zeiten vor Königsberg notwendig war, um begreiflich zu machen, dass unsere Radikalen dort das berechtigte Bedürfnis hatten, auf irgend'eine Weise, am nächstliegenden natürlich durch eine Abstimmung über eine Resolution, zu erfahren, wie die Vertreter der einzelnen Vereine über die Grundfragen des B. J. C. dächten. Man wollte aber auf jener Seite damals sehen mehr. In den Debatten, welche vor dem K- T. im I. St., in den einzelnen Vereinen und besonders in Berlin geführt wurden, verlangten die Radikalen zum mindesten eine authentische Interpreta-

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