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Der jüdische Student · 1910-04-27 · Heft 1 (27.4.1910) · p. [Seite]

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Journal
Der jüdische Student
Volume
7 (1910-1911)
Issue
Heft 1 (27.4.1910)
Date
1910-04-27
Page
[Seite] (sequence 7)
Language
German
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Der jüdische Student. 9 den. Sogar Blumenfeld, der mir noch in Königsberg nach dem X. T. erklärte hatte, dass er mit dem Ausgang des Streites sich nicht zufrieden geben könne und auf dem Freiburger K. T. die Diskussion erneuern werde, schwieg in Freiburg. Er selbst war wohl dort nacht anwesend. Aber sein Freund Rosenblüth war sein Sprecher, und zweifelsohne hätte Rosenblüth auch eine diesbezügliche Ansicht Blumenfelds dem K. T. kundgegeben, wenn Blumenfeld sie gehabt hätte. Statt dessen vernahmen wir in Freiburg von Rosenblüth nur Worte, welche der Einheitlichkeit und Geschlossenheit des B. J. C. in seinen Ansichten und Stimmungen beredt Ausdruck verliehen,, und es durfte damals in Freiburg mit Befriedigung festgestellt werden, . dass die Parteistellung des Königsberger K. T. nicht mehr bestehe und dass die Radikalen anscheinend ihre damaligen Versuche auf offizielle Zionisierung des B. J. C. als verfehlt betrachtet und deshalb aufgegeben hätten. Umso überraschender niuss nun der oben-zitierte und von Blumenfeld inspirierte Antrag der Makkabäa für den bevorstehenden K- T. auf uns wirken. Welches Ereignis ist seit Freiburg im B. J, C. vorgefallen, das diesen Antrag rechtfertigen könnte, was überhaupt seit Königsberg in den letzten zwei Jahren? Nichts meines Wissens, das solche Kämpfe mit ihrer verzehrenden und zersetzenden Wirkung heraufbeschwören müsste. Wie sind doch die Zeiten von heute verschieden von denen v o r dem K- T. zu Königsberg! Allerdings, auf dem Königsberger K. T. selbst, da beruhte schon der Parteigegensatz nicht mehr auf einer Verschiedenheit in der Auffassung der Aufgaben des 13. J. C. Nur die Wege, auf denen w ir demselben Ziele zustrebten, trennten uns Es war nicht ein Unterschied in der programmatischen Auffassung, des B. J. C, kein prinzipieller Gegensatz, sondern nur ein Unterschied in derTaktik, in der Politik, in den Ansichten über die abgemessenen Mittel zur Erreichung des gemeinsamen Zwecks. Ein Jahr vorher, in Strassburg, aber bestand noch ein prinzipieller Gegensatz. Vor Königsberg noch waren Stimmen laut geworden auch ich zählte bis zur ersten Zeit meines Berliner Aufenthaltes zu ihnen —, welche sagten: Der B. J. C. habe überhaupt keine bestimmte Tendenz in dem Sinne, dass innerhalb des B. J. C. unserer Geschichte gegenüber nur eine nationale Betrachtungsweise möglich sei, ja, dass sogar die nationale Geschichtsauffassung in Verbindung mit der Erkenntnis der heutigen Tage des jüdischen Volkes unbedingt zum Zionismus führen müsse. Insbesondere wehrte man sich auch in §trassburg gegen die Auffassung des B. J. C. als einer politischen Bewegung, die berufen sein soll, umgestaltend auf die ausserakademischen Verhältnisse unter den Juden einzuwirken. Der B. J. C. sollte nach dieser Theorie dem jüdischen Studenten nur Gelegenheit zu einer Vertretung und Klärung seyier irgend wie gearteten Ansicht über das Judentum geben. So auf dem Sirassburger K. T.

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