Der jüdische Student
- Journal
- Der jüdische Student
- Volume
- 6 (1909-1910)
- Issue
- Heft 11-12 (24.3.1910)
- Date
- 1910-03-24
- Page
- [Seite] (sequence 32)
- Language
- German
- Belongs to
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27$ . Der jüdische :\ ,.ent. genommen werden. Der junge Mann soll lernen, mk Kraft und Anstand ein Joch zu tragen, einem Zwange sieh zu unterwerfen, der alle beherrscht. Da aber ein solcher Zwang nur dann segensreich wirken kann, w enn uue Idee hinter iiiin steht, und da es ja die Autorität des Judentums ist, die wir ei sehnen und erarbeiten wallen, so kommen für unsere jungen Leute nur die jüdischen Turn- und Studentenverciae in lo.t rächt. Oi-cse leider nach viel zu dünn gesäien \'ereine, zu denen in letzter Zeit noch eine grosse Anzahl ,Jüdischer Jugendvereine** gekommen sind, die allerdings uocfi keine straff disziplinierte Organisation haben, aber honemiieh bald haben werden und bekommen müssen, wenn sie etwas erreichen, wollen, - ich sage: All diese Vereine vollbringen heute in unserem Vaterlande ein grösseres Kulairwerh Linter uns als irgend eine andere Organisation, als Loge. Lueiaturvereln, Ceut/alvereia zusammen. Fiu grösseres Kuhurwerka als der Herr Vater und die Fi au Mutter ahnen, die immer meinen, dass für ihren Sohn, ihren Stolz, der Studenteuverein der erste Schritt zum Verbummeln ist. Demi diese Vereine begnügen sich nickt, ihien?ditgiiedern die Kenntu.^ ca-^ Judentum-: zu über mttein, begnügen sich nicht, Diskussionskkibs für künftige Anwälte zu sein, begnügen sich nicht, Fabriken für geistreiche Biermimiken, bunte Ballarruugements und glänzende Wichsparaden zu bedeuten, sondern sie wollen etwas schaffen, was mehr ist, was nach wenig aussieht und edles ist: Heu M a n n! Seit mehr als zelui Jahren stehe ich nun mitten in der jüdischen Stadentenbew eguug und habe sie kommen sehen, all die Stolze der Familie, all die Jr eleu der Pn-viu/, die gestern noch an Vaters I ische das grosse W on -üb neu um! \mi Mamachen bewundert wurden, und in...: p!ü;/:Lh um eichten Tage, wa sie im Verein ihre neue Weisheit au-.iaa; a v. -Ten, lauer mahlen: Du haM den Mund zu haku), v. eu:. lavTru;..;v sprechen,; u\! Und habe ihre Lmpörung erlebt, wie sie zuu'si \ ( n der Knebelung ihrer Individualität 2ti schreien begannen, wie sie sich auf die Freilteit der Persönlichkeit beriefen und erst allmählich einsehen lernten, dass man einer Idee nur dienen kann, indem man sich ihr unterwirft, dass man zum Herrsehen nur kommen kann durch Selbstbeherrschung, dass nur Respekt Respekt erzeugt, dass den Mann nicht der iMuud macht, auch nicht der Geist, auch nicht die Moral, sondern die Zucht. Wenn diese Hrkenntimsc allgemein wurden, und wenn künftig ir i so unsere Kinder, unsere Janghugv s-> erzogen würden, dann würden wir Juden Männer bekommen und mit den Männern Macht. Meute? Wie sieht's denn heute bei uns aus? Alles zerrissen und zerfahren. In allen Fragen so viel Schulchan-aruchs als Köpfe. Jeder ist seine eigene Partei. Jeder ist sich selbst zu interessant und zu wichtig als dass er zu einem Führer Vertrauen hätte. Wir sind die Outsiders im eigenen Lager. Wir sind das Wik der Sezessionisten und Cliquen. Wir sind die Sippe der ,,Fizesgeber;\ der Besserwis-