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Der jüdische Student · 1910-03-24 · Heft 11-12 (24.3.1910) · p. [Seite]

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Journal
Der jüdische Student
Volume
6 (1909-1910)
Issue
Heft 11-12 (24.3.1910)
Date
1910-03-24
Page
[Seite] (sequence 19)
Language
German
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Der jüdische Student. Eine Entgegnung an Raphael Strauss. Lieber Bundesbruder! Kurz vor Schluss der Redaktion der vorliegenden Nummer cMe:- Jüdischen Studenten sendet mir unser allvereh'tcr Chefredaktt-;ir Deinen Kongressartikcl mit dem Befehl, eine Entgegnung darauf zu schreiben: Er nimmt von vornherein an, dass ich ebenso wie er Deine Ansichten nicht teile und will Deinen Artikel nidh ohne Widerspruch lassen. Er halt ihn wohl für gefährlich. Ich giaube, er kann ganz beruhigt sein. Denn noch einen Bbr. mit dieser Stellungnahme dürfte es wohl kaum geben. Nicht als ob nicht unter den V. J. Stern Ouitsiders möglich wären (während der Kongresstage gab es allerdings erfreulicherweise solche nicht), sondern weil die wenigen, de es etwa sind, wohl dann in der Beurteilung des Kongresses auf dein Standpunkt der Opposition stehen,, ganz „russisch" denken dürften. Du aber bist weder Russe noch Deutscher, Du bist weder Fisch ncdi Fleisch, und man hat Mühe zu verstehen, worauf Du hinaus willst In einer Replik auf einen Artikel gerät mm, jedem vermeintlichen Schnitzer nachspürend, leicht in die Gelxhr, sich in Kleinigkeiten zu verlieren. In der File, zu der ich gid rängt werde, kann ich nur auf wenige Punkte flüchtig eingehen nid erhebe nicht den Ansprach auf Gründlichkeit. Nur ein Yersuäi wie der Deine — aber nur aus Mangel an Zeit. Du gestehst, dass Du den Standpunkt der Diutschen sachlich geteilt hättest und noch teiltest. Wir könnten Wäfisohn nicht missen. Aber doch kommst Du zum Resultat, dass inanäir die Liste der Opposition hätte stimmen müssen, und verurteilst d'e unbedingte Parteinahme für \\\. die „seihst vor bedenklichen Wegen nicht zurückscheute". So kühn und falsch diese letzte Behauptung ist, so unverständlich ist der Zwiespalt zwischen Denken und klanddn in Dir. Ja, warum willst Du denn W. nicht missen? Weil er eine „Persönlichkeit44 ist? Erblickst Du in W. eine Persönlichkeit nur etwa darum, weil er auf die Fusstritte der Russen mit Fußtritten und Faustschlägen reagierte? Die echten Russen (Du gehörst nicht zu ihnen) scheinen mir doch etwas konsequenter gewesen zu sein. Du bist f ü r ihn und stimmst gegen ihn; jene waren gegtn ihn und stimmten ebenso (d. h. schliesslich stimmten sie doch für iki). Si e wollten W. absägen, absägen auf jeden Fall, weil sie alle Miiserfolge unserer Bewegung in den letzten Jahren auf sein Schuldkento setzten, weil sie ihn zur Leitung für unfähig hielten, ihm jedes Verständnis für die ihnen ans Herz gewachsene Palästinafrage absprachen, in ihm sogar einen ausgesprochenen Gegner jeder praktische Palästinaarbeit erblickten. Du bezeichnest Dich'als seinen AtMnger, glaubst, dass sich vielleicht auch für ihn in einer neuen Koir^romiss-,,Regierung4' ein Plätzchen hätte finden müssen, weil er nach Deiner Meinung nun

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