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Der jüdische Student · 1910-03-24 · Heft 11-12 (24.3.1910) · p. [Seite]

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Journal
Der jüdische Student
Volume
6 (1909-1910)
Issue
Heft 11-12 (24.3.1910)
Date
1910-03-24
Page
[Seite] (sequence 17)
Language
German
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Der jüdische Student. 263 keiner Wirkung sein. Vor wenigen Tagen hat mir zwar ein deutscher Delegierter gesagt, man hätte die Abkhnung der vorgeschlagenen Herren noch vor ihrer Wahl als Folge dieser Erklärung nicht voraussehen können, aber man konnte sü doch voraussehen, wenn auch nicht mit mathematischer GewisshcT voraus berechnen. Es hätte ein seltsames A. C. sein müssen, das regieren zu können glaubte, wenn die eine Kongresshälfte ihm am ersten Beginn seiner Laufbahn so klar erklärte, dass es nur von der andern gewählt sei. So konnte die Wirkung der Erklärung der Stimmenthaltung" entweder sein, dass die neue liegierung von Anfing an in einer viel schwierigeren Situation gewesen wäre, als du war, derentwegen \V. zurücktrat — wenn sie annahm; und da*s man vor gänzlich unbekannten Türen stand, wenn sie nicht annmm. War dieses eifrige Eintreten für den lliüsidenten W. mehr aus der' Erkenntnis seiner persönlichen Qualifikation zur Präsidentschaft als einem Urteil über seine Leistungen eiföprungen, so wurde — durchaus berechtigt — dem neuen Perliner Direktorium gegenüber ein anderer Standpunkt eingenommen, eleu der der Prüfung der Leistungen; in Anbetracht seiner Zusrunmeisetzung musste die vorauszusehende Arbeitsweise d eses Ministeriulis als unannehmbar erscheinen. Aber man bedenke doch:* ein einseitiges, aller Voraussicht nach fieissiges Aktionskomitee dessen Programm gut zionistisch und hochaktuell war, hinter dem eben wegen der Erkenntnis dieser Aktualität seines Programms der halbe Kongiess stand, das aber wühl manchen Fehler machen würde, jederfalls nicht das Ideal war — oder die durch eine Art Gewalt erzwungene neue Präsidentschaft eines Manne's, der nicht mehr regieren wollte noch konnte, kein vertrauenswürdiges Ministerium mehr bilden konnte, o hinter dessen Persönlichkeit zwar die eine Hilfte des Kongresses stand, dessen Arbeitsweise aber der anderen als künftig ganz unannehmbar erschien. Dieser Knoten sollte $urch eine spontane Kundgebung der einen Kongresshälfte gegen.: die andere gelö-,t werden können? Vielleicht wäre er zu lösen gewesen, wenn man rechtzeitig daran gegangen wäre. Die Tendenz der Vorschläge der anderen Kongresshälfte war ja Wochen vor den Kongress bekannt; auf dem Kongress selbst liess sich keine grosse Aktion mehr machen, zumal viele überhaupt erst nach der Moutagsrede einen festen Standpunkt gewannen. So hat man heute das alte Ministerium das im Gegensatz zur einen Kongresshälfte nicht in der gewünaihten Weise wiedergewählt, im Gegensatz zu den Wünschen der anderen nicht beseitigt wurde, und im Gegensatz zu seinen eigtnen von neuem die Arbeit übernehmen musste. Aber das cigenünhe Problem ist damit ja garnicht abgetan, und es scheint mir zweifellos, dass es auf dem nächsten Kongress in verschärfter Fenm wiederauftreten wird. So hätte man m. E. doch die neue ^om Permanenz-Ausschuss vorgeschlagene Regierung wählen missen. War sie nicht

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