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Der jüdische Student · 1910-03-24 · Heft 11-12 (24.3.1910) · p. [Seite]

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Journal
Der jüdische Student
Volume
6 (1909-1910)
Issue
Heft 11-12 (24.3.1910)
Date
1910-03-24
Page
[Seite] (sequence 2)
Language
German
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243 Der jüdische Student. derung herbeigeführt, sondern wirklich nur eine Interpretation des Tendenzpar;;raphen. Ks soll hier betont w erden, dass s ä nü liehe Delegierten der Ansieht waren, dass eine Arbeit an der Entwicklung einelebendigen Judentums, wie unser Programm sie fordert, heute nur in einer Richtung denkbar ist, weil es nur eine Richtung im heutiger] Judentum gibt, die wirklich lebendiges Judentum darstellt, nämlich den Zionismus. Mit der Resolution ist daher nichts Neues geschaffen, sondern nur eine \Konstatierung dessen erfolgt, was schon bisher herrschende Ansicht in den massgebenden V. J. St.er Kreisen gewesen ist. Wemt die Majorität des K.-T. die Niederlegung dieser Anschauung in einer Resolution für nötig hie!' , so war in erster Reihe die Erwägung massgebend, dass v ir nicht in allen Kartellvereinen eine genügende Anzahl von tüchtigen Burschen haben, die imstande sind, durch, die Autorität ihrer eigenen Persönlichkeit unser Programm zur Geltung zu bringen, und dass man den Leuten, die in exponierten Kartellvereinen in zionistischem Sinne arbeiten und die dabei mit Widerständen zu kämpfen haben, von denen man sich in Berlin keine Vorstellung machen kann, dass man diesen Leuten mit dem Gewichte einer derartigen Kartelltagsresolution zu Mibe kommen müsse. Als äusserst günstig für die Annahme der Resolution erwies sich der Umstand, dass der K.-T. gerade in Breslau stattfand, an dem Sitze eines Kartellvereins, der in Bezug auf die Tendenz schon immer in einer gewissen Opposition zum übrigen B. J. C. stand und von dessen Autgliedern z.T. - es sind rächt vic Delegierten des V. J. St. Breslau gemeint - auch auf dem K--T. Ansichten geäussert wurden, die den im B. J. C. herrschenden strikte zuwiderlaufen. l'm die Resolution der Makkabaea entspann sie:: f.i-t M ständige Tendenzdebatte Dienstag Abend von 5- L-.} und Mittwoch Vormiu-.'.g \ ou 1 i......—3 die dti'-chw eg auf einem erfreukehen Niveau stand und die wohl allen Anwesenden reiche Belehrung und Anregung geboten hat. Wiederum ist zu konstatieren, dass auch die Gegner der Resolution von der Debatte überaus befriedigt waren, insbesondere hat sie auf die Bundesbrüder vom V. J. St. Breslau einen grossen und hoffentlich nachhaltigen Eindruck gemacht. Dies ist vor allem Bbr. Blumenfeld zu danken, der in einigen ganz hervorragenden Reden unsere Tendenz und die Grundlagen des Zionismus erörterte. Es ist natürlich unmöglich, hier etwa durch eine Inhaltsangabe der einzelnen Reden ein annähernd zutreffendes Bild der Tendenzdebatte zu entwerfen, zumal das amtliche Protokoll des K.-T. in dieser Beziehung durchaus unzulänglich ist, es wird si:k in Zukunft empfehlen, wenigstens die prinzipiell wichtigen Debatten durch Stenographen aufnehmen zu lassen. Auf den einheitlichen Grundgedanken der Schaffung eines Arbeitsprogrammes lassen sich ferner zurückführen die Debatten über das Arbeitsamt, über die Jugendvereinsbewegung und über die

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