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Der jüdische Student · 1909-12-21 · Heft 9 (21.12.1909) · p. [Seite]

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Journal
Der jüdische Student
Volume
6 (1909-1910)
Issue
Heft 9 (21.12.1909)
Date
1909-12-21
Page
[Seite] (sequence 6)
Language
German
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volle Sympathie, nämlich: ^Christ durch Abstammung gesucht*. Zu den offenen Ablehnungen tritt die Unzahl der mehr oder minder versteckten. Ab und zu dringen allgemeine Notschreie an die jüdische Ocftenrlichkeit; man vergl. die Artikel „Antisemitismus und Medizin", Heft 1, 1 Sü9; nPie staatsbürgerliche Gleichberechtigung und die jüdischen Aerzte", ll*-*ft 2, 1903 und „Der Antisemitismus in der deutschen Aerzteschafr, Heft 11/1909 der Zeitschrift „Im deutschen Reich". Im übrigen trägt ein joder seine persönlichen bitteren Erfahrungen iür sich allein und teilt sie höchstens, wie gelegentlich unserer kleinen Enquete, vortraulich mit. Dank seiner Anpassungsfähigkeit, Ausdauer und Arbeitskraft gelingt es dem jüdischen Akademiker allerdings vielfach, sich trotz, der besonderen Schwierigkeiten zu einer sozial achtbaren Stellung emporzuringen: es handelt sich aber gerade darum, die in den zehn Jahren des Berufslebens im Daseinskampfe nutzlos verbrauchte Energie für kulturelle Betätigungen frei zu machen. Die Beschaffung eines einwandfreien statistischen Materials über wirtschaftliche Zurücksetzungen wird der erste Punkt der Tätigkeit des Arbeitsamtes sein. Dieses Material s-.dl natürlich nieh.t nur dem späteren Geschichtsforscher als Dokument dienen, sondern gleichzeitig als Unterlage für Beschwerden bei Behörden, Interpellationen in den Parlamenten etc.* Allzu optimistische Hoffnungen darf man an diese Tätigkeit natürlich nicht knüpfen, immerhin wird das Arbeitsamt hier einiges erreichen können. Der zweite Punkt der Tätigkeit wird die Vermittlung von vorübergehenden Beschäftigungen und dauernden Stellungen sein. In dem heutigen Verkehrsbetriebe ist Arbeit und Arbeiter suchen selbst eine mit erheblichen Kosten an Zeit und (ield verknüpfte Arbeit. Jede Vermitthing vermindert durch Zusammenführung passender Angebote und Nachfragen für beide 'keile diese Arbeit, ohne im allgemeinen die Zahl der Arbeitsgelegenheiten z;i vergrössern. I Ks Arbeitsamt für jüdische Akademiker wird infolge seiner Tendenz in erhebliehem Masse auch das letztere tun, eine geeigneo o te Agitation bietet durchaus die Wahrscheinlichkeir, dass das jüdisch-soziale Pflichtgefühl auch in Kreisen geweckt wird, die allen jüdischen Prägen bisher ablehnend gegenüberstanden. Schliesslich harrt der neuen Organisation als letzte Aufgabe eine umfassende Auskuuftserteilung. Vom Beginn des Studiums an bis zum Ergreifen einer Lebensstellung kann das Amt durch D O Centralisierung der bezüglichen Erfahrungen und kartographisch geführte Statistiken dem jüdischen Akademiker ein wertvoller Ratgeber in vielen Dingen werden; angeführt seien! Wahl des Studiums, Studiumsverhältiii an den einzelnen Uni versitiiten, Krankenhäuser für den Medizin*0. tikanten, Fabriken für .den Maschinenbauvolontär, die keine '.on abweisen, für den Referendar zur Fortbildung goeignete Ort'.-. Niederlassungsmöglichkeiten für Juristen, Mediziner, Apotheker etc., Niederlassungs- und Anstellungsbedingungen (Nachexamina» im Auslande. Die Tätigkeit kann hier nur in

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