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Der jüdische Student · 1909-12-21 · Heft 9 (21.12.1909) · p. [Seite]

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Journal
Der jüdische Student
Volume
6 (1909-1910)
Issue
Heft 9 (21.12.1909)
Date
1909-12-21
Page
[Seite] (sequence 5)
Language
German
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209 übel nehmen, es sei denn, dass es immer noch Leute unter uns gibt, die nicht erkannt haben, dass unsere ganze B. J. C.-Bewegung nur -eine Teilerscheinung der grossen jüdischen Renaissance ist, die ihren stärksten Ausdruck im Zionismus gefunden hat. 8. XII. 09. ' Herlitz. Erklärung. Auf Wunsch des \\ J. St. Bonn 'veröffentliche ich mit Genehmigung des Präsidiums folgende Erklärung: In den Bericht des Präsidiunis über die Gründung des V. J. St. Bonn (J. St. Xo. ü, Jahrgang 1900) ist durch ein Versehen ein Passus aus einem Briefe A. H. Dr. Gotthold YVeils an das Präsidium — „die J. \V. V.cr seien geistig keine Genies" — hineingeraten. Ich bedauere dieses Versehen mit dem Bemerken, dass eine Verletzung der Bonner Bbr. Bbr. damit nicht beabsichtigt war. Dr. Georg Herlitz. Schriftführer des Präsidiums. Das Arbeitsamt für jüdische Akademiker. Bevor auf dem diesjährigen Kartelltnge über die Tätigkeit des Präsidiums in der Angelegenheit des Arbeitsamtes, die sieh in der Bichtnng der vorjährigen Kartelltagsresolution lewegt hat, berichtet wird, möcht./ Lh an dieser Stellt) die Zwecke und Ziele dieser vielleicht auch für einige V. J. St.er allzu neutn Organisation kurz beleuchten. Das Expose, das für den externen Gebrauch bestimmt war, konnte natürlich nicht leute Gründe enthalten, und nicht jeder vermag, zwischen den Zeilen zu lesen. Zunächst die Zwecke. Die Tatsache, dass der jüdische Akademiker durch den gesellschafrlL-hen Antisemitismus empfindlich wirtschaftlich geschädigt i?t, wird heute von keiner Seite mehr bestritten. Was sich als Beweis bisher hierfür erbringen lässt, geht über den Wert einer Illustration darum nicht hinaus, weil ein einwandfreies statistisches Material nur eine bereits bestehende Organisati n aufbringen kann. Immerhin ist auch die Illustration für alle Juden, die sich nicht, mit Scheuklappen versehen, geradeswegs von der Emanzipation zum messianisehen Zeitalter bewegen, beredt genug. Man braucht sich nur ein wenig in dem modernen Markt der gesellschaftlichen Bedürfnisse, den Zeitungsannoncen, umzuschauen: für einen Tanzzirkel in Berlin W wird ein christlicher Herr von 15 Jahren, zum Streichquartett eine christliche erste Geige und zum Einpauken der lateinischen Genusregeln ein christlicher Primaner gesucht. Auf dem Arbeitsmarkt der Fachblatter dasselbe Bild, nur der Prozentsatz va iiert. Eine Gattung dieser Annoncen, die sich scheinbar all mählich häufiger findet, verdient allerdings

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