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Der jüdische Student · 1909-10-21 · Heft 7 (21.10.1909) · p. [Seite]

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Journal
Der jüdische Student
Volume
6 (1909-1910)
Issue
Heft 7 (21.10.1909)
Date
1909-10-21
Page
[Seite] (sequence 9)
Language
German
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Der jüdische Student. K>9 zu können, rückwärts zu können, aber nicht zu wollen. Dieses Bew.usstsein erstens und zweitens das Bew u>.stsein, dass wir cbendrein der Welt andauernd einlach die U n w a h r - h-eit sagen, machi unserer Begeisterung den üaraüs. (Und nicht so sehr äussere Umstände, wie etwa: ,,die Sättigung der deutschen Judenhcit au jüdischem Selbstbew asstsem'" usw.). - —• ..... Das wäre die Kritik und Negation. Nun aber die IBejammg. \Yö ist der Ausweg aus der Net? Ks gibi logischer Weise nur 2 Wege: der eine Ehrt gerade in die Anne des K. Z. V. Grossen Schw ierigkeben würden wir auf diesem Wege nicht begegnen (die Antizianisten und kwvussten Satisfaktionsgegner sind nicht aüzudicht bei uns gesäi). Und wären wir sc w eit, w ürden wir. sicher ein Aufflammen der Begeisterung bei uns erleben. Wir hätten dann eine grosse Schar .tüchtiger, arbeitsfähiger Akademiker dem Zionismus geschlossen zur Verfügung gesteht. Dabei verschwände allerdings der B. .1. C. in der Versenkung; und es könnten nun ungezählte hmge jüdische Studenten ungestört der Freistudentenschafr und der Assimilation zulaufen. - Der zweite Weg ist einfach der. dass w ir. trotzdem wir Zionismen sind, zu dem Y. J. St.-er-Programm zurück kehren. Die Schwierigkeit w ird Euch sofort eis Verteil erscheinen, w enn Ihr fluch auf den Standpunkt;>reih, dass in der (legenwart alles darauf ankommt, die deutsche Judenhcit in eine AthmoSphäre vollen Si^mmesbcwusstseius hineinzuziehen, ehe mau daran denken kann, sie für das politische findziel des Zionismus zu begeistern. Und ditss ein B. .1. C. als Sammelpunkt bewusster jüdischer Studenten da-ai mehr leisten kann als eine zionNusJ-e Studentenorganisaij.-.n, wird üueh einleuchten. Sc: könnte es d.-.h liuch nicht allzuschw er werden, im B. J. C. den Ziouistcn etwas lauter den Juden zurückzustcllc«!. Ich will darüber nicht mehr viel W:.;rte verlieren: ..Was not tut" nacli meiner Meinung, ist ja gar nichts Neues: es i>ü eine ganz alte Geschichte. Eines möchte ich aber noch gesagt wissen: So oft solche breunenden Prägen unter uns erörtert werden, so oft wurde der Kartelltag beschworen, endlich einen Beschluss zu Tassen, der nmserm Karren einen Ruck' gebe, sei es nach vorne, sei es zurück. Meist ging man nach längeren (-der kürzeren Debatten in der einstimmigen Meinung zur Tagesordnung über, dass es so, wie es jetzt sei, verhältnismässig am besten sei. Diesmal soll es endlich einmal anders sein. Man könnte sich doch recht gründlich und offen aussprechen. Man kommt dann vielleicht zu dem Schluss, dass es so, wie es jetzt ist, schlecht ist., und geht dann auch einmal nicht zur Tagesordnung über, sondern berät, was zu tun sei: bis man sich darüber klar ist, wohin letzt die Reise geht. Im Dunkeln wollen wir nicht weiter tappen. F r e i b n r g. Hermann Dukas.

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