Der jüdische Student
- Journal
- Der jüdische Student
- Volume
- 6 (1909-1910)
- Issue
- Heft 7 (21.10.1909)
- Date
- 1909-10-21
- Page
- [Seite] (sequence 5)
- Language
- German
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165 ganz zu schweigen! — beispielsweise die Dekoricrung der Bezirksverbände mit der EhrengeriehtsbarkGit? Denn einmal waren Ehrenräte gegen Alte Herren, insbesondero gegen orts ferne Alk* Herren, immer selten, da diese in ^Vergehen gegen die Yercin5disziplinu und in „Streitigkeiten der Mitglieder untereinander" aus natürlichen Gründen selten sündigen. Bei Ehrenräton gegen Alte Herren handelt es sich ferner eriahrungsgemüss zumeist um die Beurteilung ehrenrühriger oder tendenza idriger Ilandlungen, von der die weitere Zugehörigkeit zum Verein abhängt. Die Entscheidung hierüber kann sich der Verein aber unmöglich nehmen lassen, zu anal sie der E. K. des Vereins unter vorschriftsmäßiger Zuziehung von Alren Herren aucli durchaus saehgomäss treffen kann. Dies ist durch eine lange Praxis bewiesen, an der zu rütteln kein Anlass vorliegt. — Da im übrigen der Bezirks verband auch den lokalen Bezirksverbandszank nach sich ziehen wird, so wird eine Delegierung der Eln-en^eiicht.^barkeit de* Vereins auf die Bezirksv-erbände im Einzelfalle ausnahmsweise stattlinden können. Die Bo/.irksverbände werden, wie Nathan mit Beehr ausgeführt hat, bei stratler korporationsmässiger Leitung auch im jüdischen Beben einiges Nützliche wirken können. Was für die. Bedeutung der zionistischen Idee in dar Korporation gilt, hat unbedingte Geltung für die Leitung und Eratwiekclung der Bezirksverbände. Sie sollen darüber wachen, dass die V. .). St.-er ihres Bezirkes sieh nach Kräften an der Parteiarbeit beteiligen. Sie sollen die jüngeren Alten Herren in die zionistische Tätigkeit einführen. Sie können auch den Boden ebnen für Kannpfesorganisationen, freiwillige 1 liliVtruppen der jüdischpoliti-ehen Arbeit, die, nötigenfalls den Bezirks\erbün-len gegenüber selbständig, stets zum grossen Teil au* Bezirk svcrbändhTn bestehen werden und — ebenso wie die Be/irk^verbände — keine offiziellen politischen Organisationen Find, sondern exklusive und auserlesen«' Vereinigungen Gleichgesinnter. Vielleicht wird es möglich sein, dinvh >ie Uehorsam und Unterordnung in die zionistische Partei hinein'/utragen; dass die Bezirksverbände mitsolclien Vereinigungen, m die wohl Nathan denkt, notwendig identisch sein seilen, halte aoeh ich für unmöglich, schon, weil nicht jeder tüchtige jüdische Politiker in die Bezirksverbände und nicht jeder V. J. St.-er in die jüdische Politik passt. Ich vermute, dass der Kartelltag diesen Andeutungen in der Bezirksverbandsfrage folgen wird. Bas Präsidium möge dafür sorgen, dass dem Kartelltag ausführliche Gutachten der Bezirksverbandsleiter über den Wert und die Entwiekelungsiähigkeit ihrer Verbände vorliegen.