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Der jüdische Student · 1909-09-14 · Heft 6 (14.9.1909) · p. [Seite]

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Journal
Der jüdische Student
Volume
6 (1909-1910)
Issue
Heft 6 (14.9.1909)
Date
1909-09-14
Page
[Seite] (sequence 19)
Language
German
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Der jüdische Student. 155 Königsberg. Persönliches: Ueberwiesen sind: med. dent. Dzialoszynski nach Breslau; med. dent. Harry ]Epstein, med. dent. Theodor Lewy, jur. Perlmann nach Berlin; med. Nürnberg nach Marburg; stud. med. Rösenbaum hat sich aktiv geireldct. Bbr. Oscher hing mit einem Turnerschafttr. Er wurde aufgefordert, sich bei einer V. C. Verbindung Wafienschutz zu holen. Wir schrieben darauf folgenden Brief: „Einer verehrl. Turnerschaft Cimbria teilen wir geziemend mit, dass wir unseren Bbr. Oschcr verboten haben, bei einer der von Ihnen bemannten Verbindungen zu belegen. Durch prinzipielle Beschliisse des B. J. C, dem anzugehören wir die Ehre haben, sind wir gehalten, niemals Waffenschutz bei Verbindungen zu suchen, die durch den grundsatzlichen oder tatsächlichen Ausschluss von Juden ihre antisemitische Gesinnung betätigen. IDieser Standpunkt ist von den anderen studentischen Verbäncbn an der Albertina bisher stets als berechtigt anerkannt worden; wir glauben daher annehmen zu können, dass auch eira verehrl. Turnerschaft im V. C. Cimbria sich der Stichhaltigkeit unserer Gründe nicht vcrschliessen wird. Da uns ebenso wie Ihnen an einer honorigen Erledigung des Ehrenhandels gelegen ist, teilen wir ihnen schon jetzt mit, dass wir keinen Wert darauf legen, Herrn (Dscher auf Waffen unserer Korporation fechten zu lassen, sondern ohne weiteres' gestatten, dass er in einer Kavalierspartie nit eigenen Waffen und mit eigenem Mensurpcrsonal antritt. Der Austrag einer Partie auf KavJierswaffen ist selbstverständlich auch für jeden inkorporierten Studenten möglich und entspricht durchaus allgemeinen studentischen Anschauungen über das Fechten mit schweren Waffen". Nach einigen Tagen — die Sache ist in Turnerschafter- Kreisen eifrig diskutiert worden — schrieb uns die Cimbria. dass sie bereit ist, ihre Waffen gegen die des V. J. 5t. zu stellen. Es ist uns jetzt also gelungen, unsere Waffen allen Korporationen gegenüber durchzusetzen. Der Erfolg beim V. C. ist um so beachtenswerter, als vor einigen Wochen der A. T. V. Ostmark im gleichen Falle ohne weiteres in den V. ÜLA/erruf - gesteckt wurde. — Die Bbr. Bbr. treffen sich zwischen 12 md 1 Uhr auf der Kneipe, Es wird täglich gefochten. Im W. S. werden wir sehr schwach sein. Die Kcilaussichten sind sehr gerrvg, hoffentlich ermöglicht uns einiger Zuzug aus dem B. J. C. ein erfreuliches Winter-Semester. 9. IX. 09. p. Kurt Blomenfeld.

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