Der jüdische Student
- Journal
- Der jüdische Student
- Volume
- 6 (1909-1910)
- Issue
- Heft 6 (14.9.1909)
- Date
- 1909-09-14
- Page
- [Seite] (sequence 18)
- Language
- German
- Belongs to
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154 Der jüdische Student. wir diesmal mu Rücksicht auf die Ferien abweichen. Wir können uns damit begnügen, mitzuteilen, dass das Vereinsleben an Gedeihlichkeit nichts zu wünschen übrig Hess; es erschöpfte sich in angeregten Tendenzdebatten des Bbr. Dukas, die unter dem Vorsitz des Bbr. Fink stets zwar fruchtlos, aber harmonisch verliefen. Zuweilen assistierte dabei auch eine unserer Bundesschwestern; in Freiburg darf man sich nämlich nicht ohne Grund der Hoffnung hingeben, dass es uns nach dem Vorschlage Kirschners gelingen dürfte, unsere Damen bei Tee und Caces mit bewusst-jüdischem Geiste zu erfüllen. Den Appell Kirschners an die Ferieneommissionen beantwortet die unsrige im übrigen dahin, dass sie nicht ohne Rührung den unentwegten Optimismus unseres verehrten A. II. in seinem Vorschlage wiedererkannt und mit Wehmut des Schicksals gedacht hat. das seine Vorschläge bisher stets ereilt hat. Gleichwohl wird die F. K. ihm an Optimismus nicht nachstehen und dem Antrittskonvent entsprechende Antrage unterbreiten. Ferner kann die F. K. als Frucht ihrer rührigen Tätigkeit dem B. J. C. nicht ohne Stolz einen „Ruderverein Jüdischer Studenten Waldseeu präsentieren. Ouod di ber.e vertant. Auf solche abgelegenen Gebiete mussten wir unseren Tatendrang richten, da es sonst hier nichts zu tun gab. Der einzige" Keilfux ergab sich sehr rasch und gelobte, in Strassburg O. V. G. -zu werden, da persönliche Rucksichten ihm nicht erlauben, aktiv zu werden. ~- Wir weisen mit allem Nachdruck darauf hin, dass wir für das Wintersemester unter allen Umstanden Zuzug aus den Kartellvereinen brauchen; die Aktiven des Somriierseme^ters sind samt-, lieh nach anderen Kartellvereinen uberwiesen oder inaktiviert, so dass uns alles in allem nur 4 Inaktive geblieben sind. Solch ein Notschrei verhakt ja leider meistens ungeh >rt; aber vielleicht zieht doch irgend ein Bbr. unsere Lage wenigstens als Faktor mit in seine Erwägungen. Unsere Aussichten sind wirklich deprimierend. Unseren A. H. A. II. teilen wir auf diesem Wege mit» dass wir auf die Versendung von Semesterberichten verzichten zu können glauben, da unsere Monatsberichte unsere Lage stets ebenso erschöpfend wie unbefangen und rückhaltlos geschildert haben. Auch die Demütigung einer Danksagung für ihre Unterstützung ersparen wir uns und — ihnen. Unsere Fuxe erinnern wir daran, dass sie rechtzeitig um ihre Ueberweisungen einzukommen haben, soweit diese noch nicht vollzogen sind. Briefe sind fortan zu richten an Bbr. Dukas, Rheinstr. 9, da Bbr. Fink fortgeht; sein Substitut ist der vom Schlusskonvent designierte Bbr. Rothschild-Raudegg. Das W.-S. beginnt am Mittwoch, den 20. Oktober 2 h. c. t. im Wiener Cafe. 2. IX. 09. F i n k.