Der jüdische Student
- Journal
- Der jüdische Student
- Volume
- 6 (1909-1910)
- Issue
- Heft 6 (14.9.1909)
- Date
- 1909-09-14
- Page
- [Seite] (sequence 20)
- Language
- German
- Belongs to
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Der jüdische Student München. Vom ersten Ferienmonat ist nicht viel zu berichten. Die anwesenden V. J. St.er trafen sich einmal wöchentlich im Palastcafe. Die Keilbesuche bei den Münchener Abiturienten wurden zum Teil von den Bbr. Bbr. noch nicht gemacht, und wo sie gemacht wurden, traf man die Leute noch nicht von der Mulusreise zurück. Die Wohnungsfrage, die Horovitz nach den mündlichen Besprechungen mit dem Wirt für gelöst hielt, ist es durchaus noch nicht, da wir bei Abfassung des Vertrags auf Schwierigkeiten gestossen sind, wird sich aber wohl beilegen lassen. Meiner Ansicht nach können wir einstweilen noch keine hlealwohnungen haben, da kein Geld dafür vorhanden ist. Und die vielen Steuer- und Teuerungsprojekte, die Finanzgenies wie Maass und Michel machen, laufen doch immer wieder darauf hinaus, dass w i r es zahlen müssen. Eine Mensurgeschichte haben wir auch;ich habe das Commando sofort an Kundige abgetreten): Dr. Teilhaber hat um Waffensihutz nachgesucht, der ihm gewahrt wurde. Bbr. Spier wurde nach Marburg überwiesen saus familiären Gründen). Offizieller Semesterbeginn für alle Aktiven ist auf Mittwoch, den 20. Oktober 2 h. c. t. Palastcafe festgesetzt, für die Inaktiven auf Mittwoch, den 27. Oktober. 30. VIII. 09. S. L o e b. Maceaba(,a. Im Mittelpunkte t unserer Arbeit, aber auch unserer Sorge, steht gegenwartig der Umzug unserer Kneipe, zu dessen Ausführung die hier anwesenden jüngeren Kräfte nach Möglichkeit, wenn auch nicht immer mit dem gewünschten Erfolge, herangezogen werden. Diese sklavische Verwaltungsarbeit lässt vorderhand eine gemeinsame geistige Betätigung nicht zu. Der Umzug und die Hinrichtung des neuen Casinos wird mit grösseren Ausgaben verbunden sein, die sofort werden gedeckt werden müssen. Deshalb bitte i:h auf diesem Wege (schon um die Porti für die vielen Schreibereien zu sparen), alle Bbr. Bbr., die an uns noch Schulden haben, dringend, wenigstens einen Teil des Geldes an Bbr. L. Kneller, Berlin-Wilmersdorf, Trautenaustr. 8, umgehend einzusenden, um ihn nicht zu schärferen Massnahmen gegen die säumigen Bbr. Bbr. zu zwingen. Die Ferien wurden würdig eingeleitet durch die Doktorbowle Hildesheimers, zu der sich die Maccabaea korporativ und viele Freunde Hildesheimers auch aus weiter Ferne (Raphael Straus aus Heidelberg!) eingefunden hatten, um wieder einmal die so oft bewährte Gastfreundschaft des Hildesheimer'schen Hauses zu gemessen; wir blieben in vergnügtester Stimmung bis spät abends zusammen. Im übrigen fanden in den ersten 2 Wochen der Ferien keine Veranstaltungen statt, da auch der grösste Teil der hier wohnenden Bbr. Bbr. verreist war. Von jetzt ab werden wir uns alhvochent-