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Der jüdische Student · 1909-09-14 · Heft 6 (14.9.1909) · p. [Seite]

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Journal
Der jüdische Student
Volume
6 (1909-1910)
Issue
Heft 6 (14.9.1909)
Date
1909-09-14
Page
[Seite] (sequence 12)
Language
German
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14S Der jüdische Student. \V i 1 n a. Dieser Tage hielt sich Baron David G t n z - bürg hier auf und machte die Vorsteher der jüdischen Gemeinde mit den von ihm in Petersburg gegründeten Kursen bekannt. Auf diesen Kursen wird Talmud, jüdische Geschichte, Arabisch, Rctigionsphüosophie usw. unterrichtet. Baron Ginzburg ist der Meinung, diese Kurse müssen eine allgemeine Verbreitung erfahren und sich nicht zu einem Lehrerseminar, sondern zu einer Akademie der jüdischen Wissenschaften herausbilden. Aus dieser Akademie sollten Rabbiner, Prediger, Lehrer und überhaupt jüdische Gelehrte hervorgehen. Sie muss aber in enger Verbindung mit den jüdischen Zentren stehen. Das sei eine der wichtigsten Bedingungen für ihr Sein und Gedeihen. In Wiina nuisste demnach ein ständiges Komitee gegründet werden, welches folgende Aufgaben durchzuführen hätte: 1. Die Akademie mit Geld zu unterstützen; 2. Die Schüler derselben zu beaufsichtigen, sie prüfen und nur solche zum Besuche der Akademie zuzulassen, die bereits sowohl eine allgemeine als auch insbesondere eine jüdische Bildung besitzen und denen es nur an einer Systematisierimg ihrer jüdischen Kenntnisse mangelt. Baron Ginzburg schätzt die Erhaltung dieser Akademie auf 30.000 Rubel jährlich und meint, die jüdischen Zentren müssen dieses Geld herbeischaffen. Momentan besuchen 30 Schüler diese Kurse. Ein jeder bekommt eine monatliche Unterstützung von 20 bis 2S Rubel. Die Dauer des Besuches erstreckt sich auf fünf Jahre. Die versammelten hiesigen Vorsteher hörten dem Baron mit grossem Interesse zu, und nach lebhafter Debatte wurde die Gründung des Komitees zur Unterstützung der jüdischen Akademie für Wiina beschlossen. Mit Uaron Ginzburg war auch das Mitglied do Hauj>:k< >mitecs der „loa*4 in Petersburg, Herr D. Ee in b e r g, hier anwesend. Von hier begaben sie sich nach Minsk und anderen jüdischen Zentren, um auch dort solche Komitees zu gründen. Der Plan zur Gründung der jüdischen Akademie gewinnt überall die wärmsten Sympathien der jüdischen Gesellschaft und man ist auch berechtigt zu hoffen, dass die Sache ihrer Realisierung zugeführt werden wird. Der „Israelit" (Nr. 31) stösst sich bei Wiedergabe dieser Meldung daran, dass nicht die „Mitwirkung der einzig Berufenen, der Rabbinen", in Aussicht genommen ist. Das scheint mir gerade das Wertvollste an der gan/.cn Gründung zu sein! Charlotten bürg. Bruno Kirsch n er. Bezirksverband oder Altherrenbund J Die Ausführungen von Bbr. Nathan über die Frage der Organisation der A. H. A. H. in Nr. 4 des J. St. möchte ich nicht unwidersprochen lassen, trotzdem mir bekannt ist, dass die überwiegende

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