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Der jüdische Student · 1909-08-24 · Heft 5 (24.8.1909) · p. [Seite]

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Journal
Der jüdische Student
Volume
6 (1909-1910)
Issue
Heft 5 (24.8.1909)
Date
1909-08-24
Page
[Seite] (sequence 16)
Language
German
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120 Der jüdische Student. Das alles sind Forderungen, die schon öfter gestellt und auch anerkannt sind; nur werden sie nicht genügend befolgt. Es schien mir daher nicht unangebracht, sie in der Uebergangszeit, in der wir im B. J. C. augenblicklich immer noch leben, von neuem ins Gedächtnis zu rufen. Natürlich ist auch hier, wie sonst, alle Schablone von Uebel; es ist im Gegenteil gerade die Aufgabe der tüchtigen Erstchargierten, frei von aller Schablone herauszufinden, welches Element im Augenblick besonders der Pflege bedarf. Richtet er die Vereinsleitung danach ein, dann wird auch bei den offiziellen Gelegenheiten und im inoffiziellen Verkehr die nötige Stimmung und Freudigkeit herrschen, bei der allein eine Harmonie der Bundesbrüder untereinander, die auch auf ihr Verhältnis zur Korporation zurückwirkt, sich herausstellen kann. Was not tut. Eine Entgegnung. Ungefähr dasselbe, was Bbr. Bileski in seinem letzten Artikel schrieb, das sagte er auch schon in einer Diskussion, als er das erste Mal in Breslau aktiv war. Er wird sich gewiss entsinnen, dass ich ihm damals schon entgegentrat und ihm den Standpunkt " klar zu legen versuchte, den die nicht radicale Minorität im B. J. C. nach meiner Ansicht einnehmen muss. Er hat mich damals nicht verstanden. Versuchen wir nochmals zu zeigen, dass die Dinge gar nicht so compliciert liegen, wie er meint. Und dass eigentlich . etwas ganz anderes ,not tut*, als er meint. Bbr. Bileski schreibt recht kurz, dass die Aufgabe des Judentumes der Gegenwart in der Theorie bereits gelöst sei und dass „das richtige Verständnis44 der jüdischen Geschichte des 19. Jahrhunderts die von Ifcrzl gefundene theoretische Lösung der Judenfrage als einzig mögliche und richtige erwiesen habe. Er hätte nicht vergessen sollen hinzuzufügen: nach meiner und der Zionisten Ueberzeugung. Das mag belanglos klingen, ist es aber nicht. Man hat niemals das Recht, so positiv wie Bbr. Bileski von dem ^richtigen Verständnis*5 zu sprechen, so lange nicht vollzogene Tatsachen die Richtigkeit theoretischer Lösungen bewiesen haben. Solange das nicht der Fall ist, muss man durch das Hinzufügen jener Worte beweisen, dass man die Meinung anders Denkender wenigstens achtet. Und es gibt anders Denkende. Die meinen auch, die jüdische Geschichte des 19. Jahrhunderts mit richtigem s Verständnis* zu deuten, und kommen zu anderen Resultaten. Ich will hier kurz sagen, was die Brcslauer Bbr. Bbr. als meine Ansicht kennen. Jch denke mir die Lösung der Judenfrage als eine vervollkommnete Emanzipation, als eine Erziehung der Juden zu solchen, die auf, Grund tüchtiger Kenntnisse aller Zweige des Judentums, der Cultur- und Literaturgeschichte und was man sonst noch dahin rechnen will, stolz auf ihr Judentum sind, diese Kenntnisse pflegen und

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