Der jüdische Student
- Journal
- Der jüdische Student
- Volume
- 6 (1909-1910)
- Issue
- Heft 5 (24.8.1909)
- Date
- 1909-08-24
- Page
- [Seite] (sequence 17)
- Language
- German
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Der jüdische Student. 121verbreiten, im übrigen aber sich in nichts von aßen Völkern unterscheiden, in deren Mitte sie leben, also auch alb bewusste Juden die gesellschaftliche Stellung noch erringen, die ihnen heute "fehlt. Das ist meine Ansicht, da ich nach reiflicher Ueb&rlegung das Ideal des Judenstaates für undurchführbar halte, eine Ansicht, die sich auch in 'durchaus positiver Richtung hält. Aelhilich denken die Bbr. Bbr., die der nicht radicalen Minorität angehören, gewiss auch. Nach dieser Auseinandersetzung versteht Bbr. Bileski vielleicht, wenn ich der neutralen Fassung unserer Tendenrz die Bedeutung beilege, dass sie ausser dem Zionismus auch Sir alle positiven Richtungen meiner und ähnlicher Färbung in ihrem Rahmen Raum bieten will. Sie will mehr als ein K. Z. V. Sie will allen denen, die sich in der Richtung irgend einer positiven Teberzeugung betätigen wollen, durch ihre Sammlung Gelegenheit, geben, sich an anderen Meinungen zu reiben, die ihre zu vertiefen oder auch zu ändern. Sie will nicht unter allen Umständen Iranisten, aber sie will selbstbewusste Juden. So ungefähr werden wohl auch die Delegierten gedacht haben, als sie unsere Tendenz nicht offiziell als eine zionistische interpretieren wollten. Im Augenblick, wo der K. T. ihr eine rein zionistische Deutung gibt, existiert kein B. J. C. riehr. Dann muss der B. J. C, will er consequent sein, im K. Z. Y. aufgehen. Toleranz gegenüber allen in positiver Richtung sich bewegenden Ansichten über die Zukunft des Judentums: das ist nach meiner Ueberzeugung der. Sinn der neutralen Fassung umerer Tendenz. Und darum ist es bedauerlich, wenn Bbr. Bileski schreibt: „Es steht zu befürchten, dass wir allmählich nichls weiter als ein Sammelpunkt jüdischer Studenten werden." Damit beweist er, dass er für das Grosszügige, das in der heutigen neutralen B. J. C.¬ Tendenz ' liegt, kein Verständnis hat, dass er auaerstande ist, ein wenig über seine Parteibrille hinwegzusehen. Was also tut not? Weiter nichts als ihm md den mit ihm Denkenden mehr Toleranz, mehr Verständnis fc die Toleranz unserer Tendenz gegenüber allen positiven Meimngen. Könnte er und die radicale Mehrheit die erwerben, so bedir.fte es auf dem K. T. keiner Diskussion, die richtige Interpretation amserer Tendenz zu finden. Dann ist sie schon da? und alle bewusst-m. Juden können sich nach wie vor in ihr zusammenfinden. AlberE Rüben.