Der jüdische Student
- Journal
- Der jüdische Student
- Volume
- 6 (1909-1910)
- Issue
- Heft 5 (24.8.1909)
- Date
- 1909-08-24
- Page
- [Seite] (sequence 13)
- Language
- German
- Belongs to
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117 lieber das corporative Element im 1. J. C. Von Ludwig Mayer-Strassburg. Der Zweck und das Ziel des B. J. C. ist der ABte Herr. Wir vereinigen uns, um uns selbst und andere zu Männern heranzubilden, die später unsere Ideen in dein mehr oder weniger weiten Kreise, in dem sie zu wirken berufen und imstande sind,, verbreiten sollen. Um diesen Erziehungszweck besser zu erreichen, bedienen wir uns der studentischen Korporation als Form; durch & straffe Disziplin und die Unterordnung des Einzelnen unter das Ganze, die sie mit sich bringt, erscheint gerade sie uns geeignet, Eigenschaften in den V. J. St.ern heranzuziehen, die ihnen später als Gliedern und Mitarbeitern irgend einer jüdischen Organisation zugute kommen sollen. Um nun seinen Hauptzweck zu erreichen, nämlich Alte Herreu heranzuziehen, welche die Judenfrage verstehen uad an ihrer Lösung mitarbeiten können, gibt der V. J. St. seinen akthren /Mitgliedern in seinen wissenschaftlichen Veranstaltungen ein BiM von der Judenfrage in historischer und beschreibender Darstellung, lehrt sie das physische und seelische Elend der gesamten Judex&eit begreifen und die verschiedenen Lösungen der Judenfrage, insbesondere den Zionismus, verstehen und würdigen. So kommt der V. J_ St.er — wenn er das alles mit dem nötigen Interesse verfolgt — allmählich dazu, den B. J. C. als kleinen Ausschnitt aus der gesamten modern-jüdischen Bewegung mit ihren vielerlei Organisationen. Zwecken und Mitteln aufzufassen; als einen Ausschnitt, der zwar für im vorläufig das vorteilhafteste Arbeitsfeld ist, der aber später andern nicht auf Akademiker beschränkten Organisationen oder Pers&nenkreisen Platz machen soll. - Durch die Tendenz des V. J. St. wd also der Blick des V. J. St.ers systematisch über den Rahmen seiner Korporation hinaus auf die Oesamtjudenheit hingelenkt. Die Form der studentischen Korporation, die wir, wie gesagt, als Mittel zur Erziehung von den christlichen Verbindungen entlehnt haben, ist in ihrer reinen Form, in der sie bei diesen vorherrscht, nicht Mittel, sondern Selbstzweck. Hier wird der freundschaftliche Zusammenschluss als solcher, die ..Verbindung" an sich erstrebt. Unter ihrem Panier soll dem Burschen ein Verbringen seiner Studentenzeit in möglichst guter und möglichst froher Gesellschaft gewährt werden. Deshalb betrachtet der Verbindungsstudent seine Korporation nicht als Teil irgend eines Ganzen, sondern sie ist für Dm an sich ein Ganzes, die Vermittlerin eines vergnügten Studentenlebens und des Anschlusses an Gleichgesinnte. Für das, was er in ihr sucht, kann er sie sich nicht ersetzt denken durch irgend etwas anderes. Aber auch später noch ist er der Korporation dankbar für die schönen Semester, die sie ihm verschafft hat,, und hängt auch als A. FL mit grosser Treue an ihr. Eine über die Korporation hinausgehende Bedeutung hat hier der A. H. nicht; sein Wert besteht darin, dass er äurch seine Person oder durch seine pekuniäre Hilfe für die Korporation wirkt, und wenn der V. J. St. als Tendenzvereinigung gewissermaßen für den A. H.