Mannheim
Compact Memory

Der jüdische Student · 1909-07-26 · Heft 4 (26.7.1909) · p. [Seite]

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Der jüdische Student
Volume
6 (1909-1910)
Issue
Heft 4 (26.7.1909)
Date
1909-07-26
Page
[Seite] (sequence 14)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
92% known words query
IRI
…/3537599-3537665-3537670--1243-3539336
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

86 Der jüdische Student. das Berliner Statut als Normalstatut für alle freien Studentenschaften betrachtet werden." Diese neuen Berliner'Satzungen lauten nämlich: „Die Berliner Freie Studentenschaft (B. Fr. St.) ist ein Organisationsverband von nichtinkorporierten Studierenden der königlichen Friedrich Wilhelms-Universität /u Berlin» welche sich die Aufgabe gestellt hat, die allgemeinen studentischen Interessen der nichtinkorporierten Studirenden dieser Universität wahrzunehmen, d. h. derjenigen, die keiner an einer deutschen Hochschule bestehenden studentischen Vereinigung mit korporativem Charakter durch Mitgliedschaft oder ein sonstiges officielles Verhältnis angehören." Mit der Bezeichnung als „Organisationsverband" sind die B. Fr. St.er natürlich nicht zirrleden. Das Wort wird als Kompromiss zwischen dem von der Behörde geforderten: .Verband.* und der von der Fr. St. gewollten ^Organisation* hingestellt. Den Nachrichten über „Krisen" in den VDSten lassen die M. A., die sich in diesem Punktim Uebertreiben nicht genug tun können, eine neue folgen (Xo. 21—2~>: Einen recht bezeichnenden Notschrei lassen verschiedene VDSter aus Bremen in den „Akademischen Blättern" hören, indem sie schreiben: >Es ist leider eine unbestreitbare Tatsache, dass das Zusammengehörigkeitsgefühl der VDSter, besonders nach der Studentenzeit, noch nicht s<> entwickelt ist, wie bei vielen anderen studentischen Verbanden." ( .^Ak. Bl.s IG. April 1909.' So urteilen VDSter über ihre eigenen Verb a n d s a n geh - > r i ge n. Die VDSten werden dem Abwehrblatt noch lange nicht den Gefallen tun und einpacken. Fauler scheint die Sache freilich mit dem Akad. Bund. „Ethos~ zu stehen, über den dieselbe Nr. der M. A. zu melden weiss: Der Akademische -Bund „Ethos", eine Gründung zur „Läuterung* derdeutschen Studentenschaft, ist aus seinem Winterschlaf wieder erwacht. Er schloss vor einem Jahre aus „taktischen"' und „völkischen4' E< w agungen die jüdischen Mitglieder gewaltsam aus und befindet sich seitdem in rück-" läufiger Bewegung. Ihm gehören insgesamt in ganz Deutschkind noch 48 ordentliche Mitglieder an. Davon befinden sich lü in Berlin. Alles in allem — mit Bundesfreunden, Bundestanten usw. —' besitzt der gute Bund noch 119 Angehörige, gegen 139 zu Beginn des Semesters. Die Geschichte geht alimählich, aber sicher dem Ende entgegen. Interessant ist auch folgende Mitteilung, schon wegen der .— zweifellos richtigen Schlussfbigerung der M. A. (Xo. 25): Der Verein abstinenter Studenten ersucht uns, die in unserer letzten Akademischen Rundschau" enthaltene Angabe, dass er antisemitische Tendenzen verfolge und satzungsgemäss keine Juden aufnehme, dahin zu berichtigen, dass diese Behauptung unzutreffend sei. § 4 seiner Satzungen laute: „Mit-

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.