Der jüdische Student
- Journal
- Der jüdische Student
- Volume
- 6 (1909-1910)
- Issue
- Heft 4 (26.7.1909)
- Date
- 1909-07-26
- Page
- [Seite] (sequence 11)
- Language
- German
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Der jüdische Student. 83 noch nicht hinreichen! Dem christlichen Stucknteri mag es genügen, während seiner Studentenzeit von allen Eriken des täglichen Lebens einen Brocken nebenbei aufzuschnappen — der Jude aber, dem draussen immer wieder seine- Eigenart cbutlich vor Augen gehalten wird, der sollte denn doch tiefer und ernster in die Fragen, die gerade ihn angehen, einzudringen suchen' — [Die Freie Studentenschalt ist deshalb für uns Y. J. St.er gefährlicher als irgend eine andere Organisation, gefährlicher als der K. C und auch gefährlicher als die paritätischen Verbindungen, — denn was bei der Freien Studentenschaft lockt, ist nicht nur dir Verkehr mit den Christen (der hier immerhin oft sicherer zu firaien ist, als bei den paritätischen Verbindungeni, sondern daneben auch die äussere Freiheit und Unabhängigkeit, die den Erektil deuten zu ihrem eigensten Schaden erhallen bleiben *L Jüdisch-studentische MonatsiibcrsLdit. Wer unter uns offenen Auges die Partekonstellationen im studentischen Leben in ihrer Entwicklung überaeht und gewöhnt ist, über den Augenblick mit seinen Zufälligkeiten hinaus an die Zukunft mit dem grossen Zug in ihrer Bewegurg zu denken, dem kann es, wenn er ehrlich ^enug ist, nicht zweifeliaft sein, dass uns seit einiger Zeit eine giosst Konkurrenz in deii wieder stark aufblühenden ADB-Bursch c nschaften erwächst. &cht, als ob unsere Jdee, unsere Jdee mit ihrer Heiligkeit und Tiefe, mit ihrer Innigkeit und inneren Notwendigkeit, verlieren konnte: aber die, die uns Träger dieser Idee werden s ollen, zu gewinnen, zu überzeugen, zu begeistern —• wird uns immer schwerer, weil unserer Idee schon sowieso etwas Wuchtiges, Massives innewohnt, dne Intensität, die die Propaganda erschwert Und doppelt lähmt unsere Arbeitskraft, wenn unsere „Freunde" diese unsere Klonkirrenz noch unterstützen. Man muss nur beobachten, wie die sog. Iberalen judischen Zeitungen die paritätischen Verbindungen herausstreichen, empfehlen, um zu einem vernichtenden Werturteil über die jidische Presse zu gelangen. Allen voran treiben die 1\I. A. ihr frivoles, antijüdisches Spiel. „Die ADB-Zeitschri.'t, so schreibt mir tin Bbr., brachte eine Besprechung des KC-jahrbuches und fügtehinzu, dass der zweifellos im KC vorhandene geistige Kern gerack. im ADB besser ausgebildet sei, woraus der Verfasser eines Artikels in den jBurschenschaftlichen Blättern2, dem Organe der Deutschen Burschenschaft, flugs schloss, dass der ADB daaait. umginge, mit dem KC sich zu einem Verbände zu vereinen. Was natürlich *) Wie ich erfahre, ist früher in V. J. St.er Kreisesvon der Gründung einer „jüdischen Finkenschaft* die Rede gewesen §iueh die Anfange des V. J. St. selbst waren ja im Grunde nichts Anderes); die Existenzberechtigung auch einer solchen Organisation erschein?, recht zweifelhaft.