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Der jüdische Student · 1909-07-26 · Heft 4 (26.7.1909) · p. [Seite]

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Journal
Der jüdische Student
Volume
6 (1909-1910)
Issue
Heft 4 (26.7.1909)
Date
1909-07-26
Page
[Seite] (sequence 7)
Language
German
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Der jüdische Student. 71) Blätter" vom 20. Juni 1009. Die weitere Ausfülrung dieses Grundes, kennzeichnet so treffend die Stellung der chrkiiehen Freistudenten zu den jüdischen Studierenden, dass ich sie Ii er wörtlich citieren möchte: „Die neue Bewegung vertrat mit &ichdruck das unbedingte Toleranzprinzip. Dies führte ms selbstvei stündlich zahlreiche jüdische Kommilitonen zu. deiun .die konfessionelle "Intoleranz der Korporation jegliche Teihahme am .studenti* sehen Leben unmöglich machte. Daraus Sonnte unter doppeltem Gesichtswinkel eine Gefahr für die imge Bewegung entstehen. Einmal: Ks war oft sehr zweifelhaft, ob die jüdischen Kommilitonen sich uns aus Liebe zur Icke anschlössen, oder aber bloss, um überhaupt eine Rolle im akademischen Leben spielen zu können'. Zum andern; Das Studeutentum war damals im Ganzen noch stark antisemitisdi tist es zum Teil wohl heute nochi. Hätte deshalb unsere, Bewegung unter ihren Fuhrern zu viele Juden gehabt, so wurde sie zweifellos in ihrer Entwicklungsfähigkeit beeinträchtigt worden sein. Gewisse Zurückhaltung war somit geboten. In Leipzig hatten wir in dieser Beziehung niemals Schwierigkeiten gehabt. Die Zähl der jüdischen Kommilitonen war ar. sich nicht gross, und soweit letztere sich uns anschlössen undAemter bekleideten, bewiesen sie ausserordentlich viel Takt iml liessen sich von so hohem Idealismus leiten, dass wir sk alle von Herzen lieb gewannen und mit vielen von ihnen Freundschaften fürs Leben knüpften. So ist's denn gekommen.dass es in Leipzig eine eigentliche Judenfrage «trotz gelegentlicher Debatten! niemals gegeben hat. Diesen Zustand wollten wir festhalte! und überall herbeiführen, wo immer Finkenschaften ins Letien gerufen würden. Und weil wir meinten, dass gerade Berlia. für solche Lntwickelung keine Garantieen biete, lehnten wir die Beteiligung an der dortigen Gründung ab. In Berlin harte das jüdische Element sich besonders stark konzentriert; und die Gefahr, dass es die Oberhand gewinnen könne utrfl wolle, schien uns bedenklich nahe zu liegen. Zwei Typen Kttten wir im Auge, die uns beide Gustav Freitag in „Soll uni 1 laben" iso unmoderne Bücher lasen wir damals) glänzen! vor Augen geführt hat: Den Schacherer Feitel Itzig undifen edlen Idealisten Bernhard Ehrenthal. Bisher hatten wir nur den letzteren unter uns gesehen — in Berlin fürchteten wir den anderen zu finden". Professor Harms ist angenehm enttäuscht worden und war daher mit Freuden dabei, als nach der im voiigen Jahr erfolgten Auflösung der Berliner Freien Studentenschaft in Winter-Semester 1908/1909 ein neuer Verband aufgemacht werdm sollte. — Allerdings:

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