Der jüdische Student
- Journal
- Der jüdische Student
- Volume
- 6 (1909-1910)
- Issue
- Heft 4 (26.7.1909)
- Date
- 1909-07-26
- Page
- [Seite] (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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7S Der jüdische Student. Die einzelnen Artikel dürften im allgemeinen 8—10 Seiten lang, das Buch im ganzen soll im Oktavformat ca 200 Seiten stark werden. Anfragen und Sendungen sind an einen der Unterzeichneten zu richten. Felix Rosenblüth. * Erich Cohn, V. J. St. Makkabaea A. H. V. J. St. Makkabaea A. H. . Referendar in Oderberg '(Markt. Referendar in Crossen a. O. V. J. St. und Freie Studentenschaft. Von Siegfried Wolff (Berlin). Das zehnjährige Bestehen der Berliner Freien Studentenschaft (20. Juni 1909) gibt uns V. J. Stern Anlass, uns mit der Stellung der inkorporierten jüdischen Studenten zur Freien Studentenschaft zu befassen. Denn es lässt sich nicht leugnen, dass die Freie Studentenschaft in den 10 Jahren ihres Bestehens energisch an ihrer Entwicklung und an der Ausbildung und Durchführung ihrer Ideen gearbeitet hat und dass sie heute als ein Faktor im akademischen Leben dasteht, der nicht übergangen werden darf, — und nun gar nicht von uns V. J. ~;t.ern, denen gerade dieser lose organisierte, aber durch die Vielseitigkeit des Abteilungswesens für junge Studenten so ausserordentli :h verlockende Verband in der Keilarbeit gefährlich genug ist. Die Stellung, die sich speziell die Berliner Freie Studentenschaft im Laufe der Jahre unter den deutschen Finkenschaftcn erworben hat, zeigt, dass uns insbesondere in Berlin in der Freien Studentenschaft eine immer schärfere Konkurrenz erwächst. Das Sireben der freistiidcntis-^hen Organisation geht darauf hinaus, alle modernen Strömungen an deutschen Hochschulen in sich aufzunehmen. Das Programm spricht von „engerem Zusammenschluss" und „geselligem Verkehr" der Finken, von Pflege der Kunst und der Wissenschaft, der Geselligkeit und des Sports, erstrebt Gleichberechtigung der Finken mit den Inkorporierten und—„lehnt grundsätzlich und entschieden jede Stellungnahme zu politischen und religiösen Fragen ab*. Dabei ist es nun nicht immer geblieben, und wenn vielleicht offiziell Diskussionen über die Judenfrage auch nicht zugelassen werden, so ist es doch recht bezeichnend, dass die Judenfrage schon bei der Gründung der Berliner Freien Studentenschaft eine bedeutsame Rolle gespielt hat. Der erste Grund, aus dem der damalige 1. Vorsitzende der Leipziger Freien Studentenschaft und jetzige ordentliche Professor der ' Nationalökonomie Dr. B. Harms eine Unterstützung jener Gründung ablehnte, war die Furcht vor den Juden. „Ich war Gegner des Berliner Unternehmens, weil ich fürchtete, die Juden würden in ihm die Oberhand bekommen —a so schreibt er in der Festnummer der „Berliner Freistudentischen