Der jüdische Student
- Journal
- Der jüdische Student
- Volume
- 6 (1909-1910)
- Issue
- Heft 3 (17.6.1909)
- Date
- 1909-06-17
- Page
- [Seite] (sequence 9)
- Language
- German
- Belongs to
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Der jüdische Student. 49 sind jetzt im D. A. F. Sodass dadurch 3. die Behauptung: „der zurücktretende Vorstand hielt es aber für angemessen, einen neuen Verein zu gründen" hinfällig wird. Sie schreiben 4. „. . . den D. A. F. auf „dteistlich-nationaler" . Grundlage, was der ganzen Entstehungsgeschichte nach nichts anders als beim Berliner V. D. St., also .„chauvinistisch und antisemitisch4' heissen kann. Ich stelle demgegenüber fest: der D. A. F. ist nicht antisemitisch, die Entstehungsgeschichte des D. A F. bestellt nicht allein in einer Annahme einer Einladung des V. D. St. Mit vorzüglicher Hochachtung der Deutsch-akademische Frauenbund gez. Erna Holländer, stud. phil. Diese Erwiderung ist ja ganz forsch, ändert ater wirklich an den Tatsachen nicht viel. Die M. A. bezeichnen sie mit Recht als Spiel mit Worten. Der D. A. F. steht au£" ncün>tiich-namunaicr Grund läge" . und strebt mit dem Ethosbunde und dem Vereke Abstinenter Studenten, die beide satzungsgemäss keine Juden aufnehmen, ein Kartell an!— Wie uns ein freisinniger Parlamentarier mitteilt, nimmt die Burschenschaft „Franconia" Juden auf. Das erfüllt die M. A. (19. 5.) offenbar mit grosier Genugtuung. — Ueber den D e u t s c h -A k a d e m i s c h e n F rs i b u n d wird folgendes berichtet: Der „Deutsch-Akademische Freibund", der sich die Förderung liberaler Ideen in der Politik sowie auf allen anderen Gebieten des nationalen Lebens zum Ziel gesetzt hat, kann mit Befriedigung auf das verflossene Semester zurückblicken. Denn während bei dessen Beginn nur vier Zweigvereine bestanden, ist der Dreibund** jetzt an acht Hochschdktädten vertreten, nämlich in Berlin, München, Leipzig, Breslau, Freiburg, Göttingen, Münster und Bonn. Im Laufe dieses Monats findet in Frankfurt a. M. der zweite Freibundstag sfe?tt, auf dem u. a. Privatdozent Dr. Nelson-Göttingen über rfe „philosophischen Grundlagen des Liberalismus4" sprechen wü Einigermassen erstaunlich berührt es, iass in den „Burschenschaftlichen Blättern'" , dem Organe der „alten" Burschenschaften, ein Artikel „Student und Politik" zu finden ist. Mit solchen Fragen pflegte man sich bisher nidtt zu beschäftigen. Es ist auch nur ein „Abwehrartikel", der grgen das Auftreten des Freibundes gerichtet ist. Der Verfasser besitzt die Kühnheit, zu bestreiten, dass die „alten" Burschenschaften reaktio- ■ - -näre Gebilde sind. Weiter erklärt er, dass fs für einen Studenten nicht ratsam sei, sich auf eine bestimmte Weltanschauung festzulegen. — Gewiss, das ist ein Grundsatz, der für Streber von grosser Bedeutung ist; denn wenn sie so klug waren, sich