Der jüdische Student
- Journal
- Der jüdische Student
- Volume
- 6 (1909-1910)
- Issue
- Heft 3 (17.6.1909)
- Date
- 1909-06-17
- Page
- [Seite] (sequence 8)
- Language
- German
- Belongs to
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4S Der jüdische Student. den „Deutsch-akademischen Frauenbund" auf „christlich-nationaler-44 Grundlage, was der ganzen Entstehungsgeschichte nach nichts anderes als beim Berliner „V. d. St.", also: „chauvinistisch und antisemitisch11 heissen kann. Damit ist zum ersten Male in die akademische Frauenbewegung Deutschlands ein Moment hineingetragen worden, über dessen Aufkommen in diesen Kreisen man ehrlich erstaunt sein darf. Peinlich muss dieser Vorfall alle, die dem Fortschritt der Frauenbewegung mit Sympathie folgen, auch dann noch berühren, wenn man als ein natürliches und mit dem allgemeinen Eindringen der Frauen in die Berufe und ins öffentliche Leben sich ganz von selbst ergebendes Symptom ansprechen will, dass die politischen Differenzierungen der einst fast einheitlichen Phalanx der vordringenden Frauen allmählich immer ausgeprägter werden. Jedenfalls aber ist nicht einzusehen, welches Interesse die besagte Frauengruppe durch ihre Haltung verfolgt; was die Frauen von der Reaktion zu gewärtigen haben, das sollten sie doch wirklich endlich gelernt haben! Der deutschakademische Frauenbund ersucht uns um Aufnahme folgender Berichtigung. (Siehe Frauenrundschau vom 14. Mai.) Sehr geehrte Redaktion! Sie haben in Ihrem geschätzten Blatte einiee Nachrichten über den deutschakademischen Frauenbund gebracht, die offenbar auf falscher Information beruhen. Sie schreiben 1.: „Der damalige Vorstand hatte die Einladung angenommen, trotzdem der V. D. St. ausdrücklich die jüdischen Mitglieder des Studentinrienvereins ausschloss! Ich stelle dagegen fest: die Einladung des V. D. St. bezog sich auf den ganzen V. st. F. und wurde wie jede andere Einladung angenommen. Infolge der jüdischen Opposition gegen den V. D. St. fragte der Vorstand des V. st. F. nach den beiden in Betracht kommenden Festlichkeiten beim V. D. St. an, was •geschehen würde, wenn die Jüdinnen des Vereins „von dem Rechte zu kommen, das sie durch die Einladung berässen, Gebrauch machten." Darauf erwiderte der V. D. St., dass dann die_Beziehungen des V. D. St. zum V. st. F. abgebrochen werden würden. Sie schreiben 2.: „Hiergegen erhob sich im Verein selbst starke Opposition, welcher denn auch der Vorstand weichen musste." Ich stelle hiergegen fest: Nachdem die Aufhebung des Ver- .kehrs mit dem V. D. St. mit 15 gegen 13 Stimmen beschlossen war, legte der ganze fünf Köpfe starke Vorstand natürlich sein Amt nieder. Zwei davon wurden wiedergewählt. Zwei davon