Der jüdische Student
- Journal
- Der jüdische Student
- Volume
- 6 (1909-1910)
- Issue
- Heft 1 (22.4.1909)
- Date
- 1909-04-22
- Page
- [Seite] (sequence 11)
- Language
- German
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Der jüdische Student. 11 13) Recht, wenn sie in dem harten Urteil cfe „faktische Vernichtung der Universitätsautonomie" erblickt, mint der es ja freilich schon lange nicht weit her ist. Angefangen* hat dieser Zustand der Auslieferung der Hochschulen an die Regierungsgewalt 1887, als die bekannten Bestimmungen, über die Pnozentnormen erlassen wurden, die den Eintritt der Juden in die Uraterrichtsanstalten beschränken sollten. — Zum Schluss noch die erfreuliche' Mitteilung, dass der bekannte jüdische Mäzen Jacob H. Schill" 1 OD) 000 Dollars für das neu zu errichtende jüdische Institut für Tecikiologie in Haifa (Palästina) gespendet hat» — Charlottenbufg. Briano Kirschner. Der B. J. A.*) Von Meinhold Nussbaum-FuMia. Die Kartellvereinigungen des Bundes Jüdischer Akademiker bestehen an den Universitäten Berlin, Munchcm, Pleidelberg, Strassburg, Würzbnrg, Marburg. Ein Stammtisch (orthodoxer Studenten in Breslau wird sich, wie man behauptet, vielleicht auch zu einer V. J. A. auswachsen. Der Bund umfasst gegen 160 Mitglieder. Bei dieser verhältnismässig grossen Zahl i«tt zu berücksichtigen, dass viele schon fertige Akademiker — aueün solche, die nicht in der Universitätsstadt wohnen — zu Mitgliedern ernannt wurden. (Sie stehen den noch Studierenden völlig gleirh, die Institution der A. H. A. H. hält die V. J. A. als nichtangameldete Vereinigung für überflüssig.) Trotzdem also diese Zahl nicht wirklich die lebendige Kraft des B. J. A. ausdrückt, so geht au* ihr deutlich hervor, dass der B. J. A. einen ernsthaften Faktor in der jüdischen Studentenheit darstellt. Diejenigen, die glaubten,, es werde der V. J. A. gehen wie etwa der Würzeburgia in Winzburg, die als orthodoxe Verbindung begann und heute bei Coulaur und Bestimmungsmensuren angelangt ist, diese falschen Propheten werden heute ihr Urteil berichtigt haben. Es hätte nicht viel Scharfsinn dazu gehört, um die tatsächliche Entwicklung vorauszusehen, vielmehr war von Anfang an nicht an der Dauer der V. J.. A. zu zweifeln, weil sie für die Orthodoxie eine unbedingte Not-wemidigkeit war. Wenn die Orthodoxie ihre Zukunft sichern wollte, dlann musste sie sich unter der Jugend, und vur allem unter der gebildeten Jugend, eine Kerntruppe scharfen. Das geistige Rüstzeug war vorhanden, denn Samson Raphael Husch hatte die Waffen geschmiedet,, mit denen das orthodoxe Judentum alle Angriffe gegen seine Existenz abwehren kann. Er hat die religiösen Formen wieder mit dem Inhalt er- *) Auch ohne einen aktuellen Anlass muss der Jüdische Student sich von Zeit zu Zeit irn Zusammenhange mit den jüdischen Studentenverbänden beschäftigen. Dass dies Mal ein Artikel über den B. J. A. die Reihe eröffnet, ist lediglich ein Zufall. M.