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Der jüdische Student · 1909-01-22 · Heft 10 (22.1.1909) · p. [Seite]

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Journal
Der jüdische Student
Volume
5 (1908-1909)
Issue
Heft 10 (22.1.1909)
Date
1909-01-22
Page
[Seite] (sequence 8)
Language
German
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200 Der jüdische Student. Bei Regelung der U e b e r \v e i s u n g s f r a g e n nahm der Kartelltag von einer Resolution Königsberg Kenntnis, die der Notlage des V. J. St. Königsberg Ausdruck verleiht. Das Präsidium wird Ueberweisungen an Königsberg zu erzwingen suchen. Ein Antrag von Moses und Kretschmer, durch den das Präsidium ermächtigt und beauftragt werden sollte, die von den Kartellvereinen vorgenommenen Ueberweisungen von Rixen nach Berlin im Interesse des V. J. St. Berlin oder der Makkabaea abzuändern, wurde mit der Modifikation angenommen, dass nicht das Präsidium, sondern eine aus je zwei Mitgliedern der beiden Vereine und einem Mitglied des Präsidiums bestehende Kommission die Ueberweisungen nötigenfalls regulieren soll. - - Ein Antrag Freiburgs, der im Interesse der Stabilität im V. J. St. Freiburg festsetzt, dass für das Sommerseinester 1909 Ueberweisungen nach Freiburg von den Konventen nur unter Zustimmung des Präsidiums mit Dreiviertelmajorität beschlossen werden können, wurde angenommen, trotzdem Percy Zadik dagegen geltend machte, dass die durch die Abschliessung vom B. J. C. begünstigte Ausbildung von Spezialambitionen in den Vereinen leicht Gegensätze innerhalb des B. 1 C. schaffen und insbesondere zur Veräusserlichung einzelner Vereine führen könne; allerdings ist dem V. J. St. Freiburg, wie Landau erklärte, der Zuzug von Füxen nicht unerwünscht. -— Auch dem V. J. St. Charlottenburg konnte der Kartelltag einstweilen lediglich durch eine besondere Ueberweisungsbestimmung die Hilfsbereitschaft des B. J. C, bezeigen, indem er für die Zeit bis zum nächsten Kartelltag entsprechend dem Antrag Charlottenburgs Ueberweisungen auch von Bundesbrüdern, die nicht an der Technischen Hochschule studieren, an den V. J. St.-Charlottenburg gestattete. Ein Vorschlag Michels, den V. J. St.-Charlottenburg in einen ebenfalls an der Technischen Hochschule anzumeldenden Jüdischen Ruderverein umzuwandeln, schien der grossen Majorität des Kartelltags, wenn aucli nicht indiskutabel, so doch unannehmbar, da das Mensehenmaterial für diesen Verein nach ganz anderen Gesichtspunkten ausgewählt werden würde, als in den übrigen V. J. St.-en und die Möglichkeit jüdischer Betätigung in ihm stark in Frage gestellt wäre. Die Durchführung .aller Ueberweisimgsbestimmungen, d. h. eine zweckentsprechende Regelung der Ueberweisungen, Hegt, A\ic die Mitglieder des Präsidiums hervorhoben, nur dann in der Macht des Präsidiums, wenn die einzelnen Konvente die Kraft haben, die Wahl eines bestimmten Universitätsortes durch ihre Mitglieder zu erzwingen. Der Diskussion über die F u x e n c r z i e h u n g gab Rosen-. blüth die Grundlage. Er teilte die Ansichten Blumenfelds mit, deren äussere Pointe die ist, dass unsere Füxe lernen müssen, die neueste jüdische Geschichte wissenschaftlich-kritisch, wenn auch nicht systematisch, zu studieren, und knüpfte hieran seine Kritik: die Forderungen Blumenfelds sind Höchstforderungen, deren Erfüllung vielleicht von den als Fuxenmajore in Betracht kommenden V. J. St.-ern,

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