Der jüdische Student
- Journal
- Der jüdische Student
- Volume
- 5 (1908-1909)
- Issue
- Heft 10 (22.1.1909)
- Date
- 1909-01-22
- Page
- [Seite] (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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198 Der jüdische Student. um 50 Pf., jedoch mit der Massgabe, dass hiervon 15 Pf. der Ruderabteilung zu überweisen sind. In der Angelegenheit Freiburg erstattete, nachdem Landau die Versicherung abgegeben hatte, dass ihn bei seinem Verhalten niemals persönliche Motive geleitet hätten, Renenson einen ausführlichen Bericht über den Verlauf des Sommersemesters 1908: die Weigerung Krinskys, Landau zu sekundieren, ist lediglich die unmittelbare Veranlassung zum Ausbruch des Zwistes gewesen. Die Debatte über diesen Punkt, die von allen Seiten mit erfreulicher Sachlichkeit geführt wurde, drehte sich hauptsächlich um die Frage, ob einige der Ausgetretenen (Storch, Jacobsohn, Wertheimer) unter Umständen wieder V. J. St.-er werden könnten; entschieden wurde diese Frage nicht. Auf den Vorwurf Nathans und Percy Zadiks, dass das Präsidium zu einem unangemessenen Mittel gegriffen habe, als es vor dem Fingreifen Zwirns die Kartellvereine und die Freiburger A. FL A. Ii. durch Telegramme aufforderte, den Freiburger Verein zur Unterwerfung unter die Anordnungen des Präsidiums zu veranlassen, erklärte Rosenkranz, dass das Vorgehen des Präsidiums in dieser Beziehung in der Tat nicht korrekt gewesen sei. Im übrigen war sich die überwiegende Mehrzahl der Delegierten darin einig, dass Zwirn in Freiburg einen in hohem Masse anerkennenswerten Frfolg erzielt habe; eine Resolution, in der Zwirn der Dank des Kartelltages ausgesprochen wurde, wurde, nachdem der Einwand erhoben worden war, dass es. einer derartigen Kundgebung nicht bedürfe, zurückgezogen. Auf Antrag Rosenblüths erstatteten als Gegenstück zum Präsidialbericht die Delegierten jedes einzelnen Vereins Berichte über die Lage ihrer Vereine. Interessanter als die Tatsachen, die die Berichterstatter mitteilten (diese waren grösstenteils schon aus dem J. St. bekannt), war die Stimmung, die aus den verschiedenen Berichten sprach. Die Delegierten der Berliner Vereine klagten übereinstimmend über die geringen Erfolge bei der Keilarbeit; w ie Kretschmer hervorhob, hat der V. L St. Berlin insofern besonders hierunter zu leiden, als die Kartellvereine die nach Berlin kommenden Bbr. Bbr. sämtlich der Makkabaea, nicht dem V. .1. St. Berlin überwiesen haben. Andererseits führte Rosenblüth aus, dass die Makkabaea sehr zu ihrem eigenen Schaden eine Anzahl tüchtiger Leute in die anderen Kartellvereine entsandt habe, um dort eine Besetzung der Chargiertenstellen zu ermöglichen. In geradezu trostloser Lage ist nach Michels Bericht der Charlottenburger Verein: er hat im Vertrauen auf eine weitgehende Unterstützung durch den B. J. C. alle disziplinfeindlichen Elemente (namentlich waren es Ausländer) entfernt und steht jetzt fast ganz ohne Leute da. An demselben Mangel an Aktiven leidet Königsberg;, nur lässt hier, wie Weissbrem geltend machte, die Bedeutung, die der Verein für das jüdische Leben Königsbergs hat, und der Umstand, dass die ortsansässigen A. fi A. H. zu jeder Mitarbeit bereit sind, die - ohne