Mannheim
Compact Memory

Der jüdische Student · 1909-01-22 · Heft 10 (22.1.1909) · p. [Seite]

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Der jüdische Student
Volume
5 (1908-1909)
Issue
Heft 10 (22.1.1909)
Date
1909-01-22
Page
[Seite] (sequence 5)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
97% known words query
IRI
…/3537599-3537654-3537662--1054-3539209
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

Der jüdische Student. 197 stützt worden. Einen Verstoss gegen seine Verpflichtungen hat sich Freiburg zuschulden kommen lassen, als es von seinem Konflikt mit der K. C.-Verbindung Qhibellinia das Präsidium nicht benachrichtigte. Ein Eingreifen in die inneren Angelegenheiten eines Vereins ist nur gelegentlich der Affäre Freiburg erforderlich gewesen; hier hat Zwirn die richtigen Massnahmen ergriffen. Die Entwicklung in Strassburg, die mit der Hinausdrängung der A. H. A. H. endigte, ist an sich eine durchaus gesunde gewesen; das Präsidium hat mit Rücksicht auf die Gefahr einer numerischen Schwächung des B.JX. ihr nicht voll zustimmen können. Die Mitgliederziffer des B. J. C. ist an und für sich infolge zahlreicher Austritte und geringer Keilerfolge innerhalb des letzten Jahres unerfreulich niedrig. Schuld hieran ist in erster Reihe die Lauheit, die gegenwärtig der ganzen jungjüdischen Bewegung anhaftet. Das allgemeine Niveau im B. J. C. steht wesentlich höher als in früheren Zeiten. — Der von Hildesheimer erstattete Kassenbericht ergab, dass das Präsidium im Jahre 1908 2515,95 M. vereinnahmt und 2507,50 M. ausgegeben hat. —- Ueber den Jüdischen Studenten und das B. J. C- Archiv berichtete Schwarz; er beklagte den Mangel an geeigneten Beiträgen für den J. St. und die geringe Unterstützung des Archivs durch die Kartellvereine. -— Ein schriftlicher Bericht von Max Berlowitz über das Arbeitsamt wurde verlesen; er wird voraussichtlich demnächst im J. St. veröffentlicht werden. In der Debatte über die Präsidialberichte wurde «in erster Reihe die Angelegenheit Strassburgerörtert. Die von Nathan aufgeworfene Frage, ob das Präsidium zu einem Eingreifen in diese Angelegenheit verpflichtet und imstande gewesen wäre, verneinte der Kartelltag durch Annahme einer von den Marburger Delegierten beantragten Resolution, in welcher das Verhalten des Präsidiums gebilligt wurde. Da die anwesenden Strassburger erklärten, dass ihnen ein Wiedereintritt der ausgeschiedenen A. H. A. H. nicht erwünscht sei, wurde ein Antrag Moses abgelehnt, durch den das Präsidium ermächtigt werden sollte, mit denjenigen Strassburger A. H. A. H., die der Strassburger Verein selbst anfangs nicht hatte verlieren wollen, Verhandlungen anzuknüpfen. Mit dein J. St. erklärte sich der Kartelltag im allgemeinen zufrieden. Die Ansicht Herzbergs, der Ausfall auch nur einer Nummer w iderspreche dem Wesen des J. St., der J. St. müsse vor allem regelmässig erscheinen, schlimmstenfalls mit ganz geringer Seitenzahl, fand keinen Widerspruch. Der Antrag Breslau, auch externe Semesterberichte mit einem Anhang von Aufsätzen herauszugeben, (Nr. 30 des Sonderheftes zur Dezembernummer des J. St.) wurde abgelehnt. — In Bezug auf das Arbeitsamt sprach der Kartelltag durch eine Resolution die Bitte an Berlowitz aus, dass er am Ausbau dieser Institution in demselben Sinne wie bisher weiter arbeiten möge. Zur Regulierung der Präsidiumsschulden bewilligte der Kartelltag dem Präsidium Erhöhung des Semesterbeitrages für den B. J. C.

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.