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Der jüdische Student · 1908-12-16 · Heft 9 (16.12.1908) · p. [Seite]

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Journal
Der jüdische Student
Volume
5 (1908-1909)
Issue
Heft 9 (16.12.1908)
Date
1908-12-16
Page
[Seite] (sequence 16)
Language
German
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176 wohnlich im Kielwasser der Y. J. A. steuern, die es allerdings versteht, ihre Ideen zielbewusst im orthodoxen Kreise zu verankern. Bleiben also nur die Mitglieder der etwa bestehenden jüdischen Turnvereine und der zionistischen Ortsgruppen! Und hier, glaube ich, muss und kann der Hebel angesetzt werden. Die jungen Turner oder Zionisten sind Geist von unserem Geiste, den „höheren gemeinschaftlichen Leibu für beide zu finden, ist unsere nächstliegende, nicht zu schwere Aufgabe. Zu allererst ist es angebracht, dass wir diesen so vorgebildeten jungen Leuten freundschaftlicher und freier als bisher entgegenkommen. Ich kann mir -wohl Verhältnisse denken, die es mit sich bringen, dass wir uns an bestehenden jüdischen Turnvereinen nicht korporativ beteiligen können, jedenfalls aber muss eine unentwegt gute Kameradschaft mit den jüdischen Turnern angestrebt werden. Dass wir in den Ortsgruppen nicht bloss immer steif an unserem ^Stammtisch" sitzen, sondern eifrig Gespräche mit der anderen Jugend suchen sollen, braucht kaum noch hervorgehoben zu werden. Denn wii haben diese Kräfte nötig! Bei einem taktvollen Verkehr können wir an ihnen sicher bessere Keilunterstützungen finden, als an den nun einmal unvermeidlichen. Bundesschwestern und Tanzdamen — --- wenigstens wie diese bisher zu sein pflegten —und ohne diese Elite-Hilfstruppen sind wir garnicht imstande, die Pflöcke unserer Zelte w eiterzuspannen. Uebrigens scheint mir in den kleineren Universitäten, wie Marburg, wo „die Ortsgruppe nur ein erweiterter V. J. St.'4 ist, schon in Umrissen und Anfängen das von mir gewünschte Zusammenarbeiten eingeleitet zu sein. Auch in den „Jugendorganistationen", wie sie das Kartellreferat von Alfred Schwarz bezeichnet (J. St. IV, 12) kann ich eine Parallele zu meinem Plan erblicken. Es geht dahin, je nach Lage der Verhältnisse gemeinsam mit jungen Leuten der Ortsgruppe oder des Turnvereins, oder am besten in Gemeinsamkeit mit diesem oder in Verbindung mit irgendwie interessierten jungen Kaufmannskreisen einen Diskussionsklub einzurichten, der aber unter keinen Umständen rein zionistisch werden darf, sondern sich mit allen jüdischen Tages- und Geschäftsfragen in eben unserem bewusst jüdischen Sinne zu befassen hat. Dieser Diskussionsklub, dem an erster Stelle wir korporativ anzugehören-hätten, müsste eine rege Werbetätigkeit in den kaufmännischen Kreisen entfalten, die eben durch ihre Sondervereine unseren Ideen noch abhold oder systematisch entfremdet sind. Ich denke mir das so, dass hauptsächlich unsere kaufmännischen Hilfstruppen in ihrem Bekanntenkreise für unseren Diskussionsklub (D. K.) die Einzelnen zu gewinnen suchten, und ein von uns und unseren Gefolgsleuten gemeinschaftlich gebildetes Komite mit den etwa bestehenden allgemeinen jüdischen Vereinen wegen der Beteiligung am D. K. unterhandelte. Die scheinbar unvermeidliche Kollision unserer Arbeit und der im Klub dürfte eine sehr hypothetische bleiben; denn ich halte es

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