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Der jüdische Student · 1908-12-16 · Heft 9 (16.12.1908) · p. [Seite]

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Journal
Der jüdische Student
Volume
5 (1908-1909)
Issue
Heft 9 (16.12.1908)
Date
1908-12-16
Page
[Seite] (sequence 11)
Language
German
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Der jüdische Student. IT 1 Das K. C- Jahrbuch 1908. Besprochen von Albert Baer, Qreifswald. Ob der K. C. auf dem einen Kartelttage beschlossen! hat, ein Jahrbuch herauszugeben, diesen Beschluss auf dem zweiten Kartelltage bestätigt hat, um ihn auf dem dritten......., glaube ich nicht; Tatsache ist, dass sein Jahrbuch (der V. J. St.-er sagt „Alrnanach") schon im zweiten Jahrgange vorliegt und dies muss uns mit tiefer Beschämung erfüllen; denn nachdem wir es gelesen haben, müssen wir einsehen, dass es durchaus nichts Schweres ist, so ein Jahrbuch zustande zu bringen; 6 Lieder, deren Verfasser Bundesbrüder sind, haben wir noch alle Zeit; an Emil Cohns Makkabäerbundeslied oder Zlocistis ,,Wohlan, lasst das Sinnen und Sorgen" kommt meiner Ansicht nach keines von den „Viadrinenliedern" heran; die Festrede eines Bundesbruders (entsprechend der Festrede, gehalten beim Stiftungsfest der Yiadrina W. 87/88 von Oskar Mayer) haben wir auch in der bereits in der „Jüd. Rundschau" abgedruckten Festrede Erich tlerzbergs zur Gründung des V. J. St. Makkabäa. Fünf Artikel sind doch auch noch bei A. FL A. H. des V. J. St. zu haben, dazu ein Vorwort und noch ein Artikel eines Nicht-V. J. St.-ers —> und das Jahrbuch ist fertig; schwierig ist nur die organisatorische Arbeit, die „Geduld", auf die Artikel zu warten; das beteuert auch der Herausgeber des K. C. Jahrbuches Dr. Bruno Weil (Metz ) in seinem Vorwort; aber auch dazu wird sich schliesslich ein \. J. St.-er rinden. Man braucht an so ein Jahrbuch durchaus keine allzuhohen Anforderungen zu stellen; wir werden uns bescheiden, wenn unser Jahrbuch so wie das des K. C. auf derselben Stufe der ,,guten Mittelmässigkeit" steht; der dritte „Almanach-KartefJtag^ möge Ernst machen! Das Jahrbuch ist für uns ein glänzendes Agitationsmittel, der tatgewordene Präsidiurrisbericht, der in den jüdischen Zeitungen so vieles schöne von uns zu erzählen weiss (selbstverständlich erzählen muss). So ein Jahrbuch mit Poesie und Prosa eigener Produktion wirkt, denke ich mir, besonders auf die so zahlreichen ,,ästhetisierenden" jüdischen Abiturienten, die Emil Cohn treffend einmal in der Grünen Allgemeinen charakterisiert hat. Der dritte Kartelltag möge Ernst machen! Wir dürfen den anderen nichts vor uns voraus lassen und uns nicht vor uns selber blamieren. Der Mittelpunkt des K. C. Jahrbuches, um den sich alles dreht, ist natürlich der Antisemitismus, seine Entwicklung, seine Geschichte, seine Wirkung und seine Bekämpfung; zu ihm nehmen alle die Artikelschreiber Stellung und betrachten ihn von jeder nur möglichen Seite. Und dabei zeigen sich uns alle Typen, wie sie heute im K- Q. vertreten sind; durchaus nicht so einheitlich, wie mancher annehmen möchte, eher genau so verschieden, wie bei uns - auch; denn selbstverständlich ist auch das Programm des K. C: deutschnational; jüdischselbstbewusst und darum Bekämpfung des Antise-

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