Der jüdische Student
- Journal
- Der jüdische Student
- Volume
- 5 (1908-1909)
- Issue
- Heft 12 (19.3.1909)
- Date
- 1909-03-19
- Page
- [Seite] (sequence 16)
- Language
- German
- Belongs to
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Der jüdische Student. 271 neuer energisch hinweist, obwohl, meine ich, das nicht häufig, nicht deutlich genug geschehen könnte. Was mir heute meine Aufgabe scheint, ist: darauf hinzuweisen, ^ass jetzt die Zeit gekommen ist, wo der B. J. C. die Gelegenheit beim Schopf fassen kann. Entscheidend und mit Erfolg kann er nur Vetzt in die Jugendvereinsbewegung eingreifen. Und ich meine auch zu sehen, dass es bereits hoch an der Zeit geworden ist, den Entschluss zu fassen und zu handeln. Denn Liberalismus, Orthodoxie, Centraiverein, Zionismus, Bnei Vith arbeiten jetzt wie nie (und nicht nur mit theoretischen Erwägungen, durch Ergründung der Möglichkeiten). Die „Liberale Vereinigung" fasste, 1908, der Centraiverein auf der letzten Generalversammlung (im Februar 1909) Entschlüsse, die Orthodoxie besitzt ja bereits eine Zahl eingearbeiteter Vereine. Einige Jugendvereine Berlins und der östlichen Provinzen gehören dem Zionismus an. — Von dem Orden Bnei Brith werden 12 Jugendvereine Deutschlands protegiert. Und er wird in nächster Zeit weitere ins Leben rufen. Gerade dieser Orden steht jetzt in voller Arbeit, einen Verband sämtlicher Jugendvereine zu schaffe*/. Näheres auszuführen wird sich nicht verlohnen. Genug: Alles ist in Tätigkeit. In der kommenden Zeit — und in nicht zu langer Zeit — wird sich entscheiden, wohin der Weg der Jugendvereine geht. Ob er weiter sich verzweigen wird in die Pfädchen der jüdischen Sonderrichtungen — seien es religiöse oder politische —■ oder ob man in den jungen Juden endlich Juden — und nicht Orthodoxe, Liberale,Zionisteif— sammeln wird. — Man hat die jüdische Jugend unter einen Hut gebracht (und beileibe nicht in Geselligkeitsvereinen). Das jüdische Programm jener allgemeinen jüdischen Jugendvereine heisst und muss heissen: Durch Kenntnis der Geschichte und des Inhaltes des Judentums zur Stärkung des jüdischen Bewusstseins. Dazu gearbeitet zu haben, ist schon jetzt das Verdienst des Ordens Bnei Brith. Und soll es nicht einmal auch das Verdienst des B. J. C. sein? Wo wird sein Posten sein; wird man Zionismus in zionistischen Vereinen propagieren; dem K. C. Boden abgraben wollen? Ueberall sollen die V. J. St.-er sein; in orthodoxen, liberalen, zionistischen, in Jugendvereinen, die der Zentralverein hütet. Aber bald sollen sie dort sein, denn die günstige Zeit, die jetzt wartet, ist kurz. Und nach dem ,,Morgen4' kommt bald der St. Nimmerleinstag. Kurz und gut al»so, meine Forderung lautet: dass das Präsidium als Vertretung des B. J. C. Fühlung nehme in dieser Sache mit den jüdischen Organisationen (man wird wohl keinen Korb bekommen) und dass die V. J. St-er, dass wird die Hauptsache sein, da arbeiten, wo sie können — und wollen. Das „Ob" und „Wie" liegt bei ihnen. ....... .. . ......