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Der jüdische Student · 1908-11-25 · Heft 7-8 (25.11.1908) · p. [Seite]

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Journal
Der jüdische Student
Volume
5 (1908-1909)
Issue
Heft 7-8 (25.11.1908)
Date
1908-11-25
Page
[Seite] (sequence 24)
Language
German
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152 Der jüdische Student. Von unseren Füxen. IV- Einiges über Mathias Aclier. Von Moritz Bileski (-Berlin). (Sehl u ss.) Aber natürlich weiss auch ein so tiefer Denker wie Mathias Acher recht gut, dass die, sozusagen äusserliche Judennot verschwinden muss, damit die Juden die höchste und eigentlich, einzigwertvolle Aufgabe eines Volkes, ein K Iturvolk zu werden, erfüllen können. Nur wirkt liier sein Glauben an den Sozialismus auf ihn ein. Er erwartet von ihm die Beseitigung dieser — für ihn fast nebensächliche]! — Hindernisse, in der Meinung, dass überhaupt die Verwirklichung der sozialistischen Ideen einer nicht mehr allzu fernen Zukunft angehören werde. Wir stehen da vor dem bekannten Problem: Zionismus und Sozialismus. Nun sind die mit der fortschreitenden Entwicklung eingetretenen Verbesserungen der Lage der Juden, die Acher als allmähliches Schwinden des Golus auffasst, z. T. in Wirklichkeit gar keine Verbesserungen. Das Golus wird nur auf ein anderes Gebiet übertragen. Wenn die Not der Ost-Juden sich hauptsächlich auf wirtschaftlichem Gebiete zeigt, so sehen wir sie dafür bei den Juden des Westens um so stärker auf moralischem und kulturellem Gebiete. Wie schmerzlich auch diese Net ist, schildert Mathias Acher selbst in der „jüdischen Moderne". ..Man stelle sich nur die Summe v. n Seelenqualen vor, die der Jude aufzuhalten hat, diesen grimmen, verzweiflungsvollen Juderischmerz, den Schmerz über das Voraehtetsein von jenen, deren Achtung man so gern geniessen möchte, wenn man auch im ohnmächtigen Zorn darauf leicht zu verzichten vorgibt, über das Gebrandmarktsein, wiewohl man sich nicht schlimmer weiss als die Andern, über das Lächerlichsein, das man tragen muss, nur weil mau von jüdischen Eltern ist." Und wenn man sagt, dass auch dies besser werden könne, wie z B. durch die Juden Englands, die schon vor der letzten Einwandernngsbewegung dort ansässig waren, bewiesen werde, und dass ja überhaupt die bloss moralische Not schon ein Fortsehlitt sei, da die Ostjuden sie auch ertragen müssten und sie ihnen nur infolge eines anderen Leidens nicht so fühlbar waren, so ist dem entgegenzuhalten, dass die Juden solche Erleichterungen ihrer Lage nur erreichen, wenn sie ihre Nationalität immer mehr aufgeben. Und da kommen wir an den eigentlichen Grund dafür, dass der Sozialismus für die Lösung der Judenfrage nicht ausreicht. Mathias Acher selbst hat in der „Jüdischen Moderne" die Berechtigung des Zionismus gegenüber dem Sozialismus gezeigt. Dort sehen wir, dass der Sozialismus erst dann verwirklicht werden kann, wenn die nationalen Kämpfe auf das geringste Mass zurückgeführt sind, wenn jede Nation „Herr im eigenen Hause ist." Die Juden aber bieten mit ihrer Zerstreut-

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