Der jüdische Student
- Journal
- Der jüdische Student
- Volume
- 5 (1908-1909)
- Issue
- Heft 7-8 (25.11.1908)
- Date
- 1908-11-25
- Page
- [Seite] (sequence 16)
- Language
- German
- Belongs to
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144 Der jüdische Student. beiden Herren nichtsdestoweniger bezeichnend. Der Zionismus insbesondere hätte es uns angetan. Der V. J. St. sei ganz zionistisch. Also schreibt Herr Oppenheimer, vor vielen Jahren 2. Vorsitzender der zion. Ortsgruppe (dafür hat er diesen Zionismus als von ihm vertreten auch tüchtig kompromittiert). Er scheut auch nicht die Mühe, nach Zabern zu fahren, um A. H. Frankel klar zu machen, dass er nicht auf dem Boden der Tendenz stehe. Als wir zuerst von der edlen Agitation dieser beiden Herren durch die Austrittserklärung von A. H. Frankel Kenntnis erhielten, sandten wir an die in Betracht kommenden A. H. A. H. folgendes Rundschreiben: ,,Lieber A. H.! Der V. J. St.-Strassburg ist wie der ganze B. J. C. einer steten Entwickelung nach oben unterworfen. So ist insbesondere in diesem Semester --- wie fast noch niemals - - der Unterschied zwischen den Bbr Bbr., denen es um unsere Sache ernst ist ---- und die im V. J. St. jüdische Arbeit leisten wollen, und denjenigen, die in ihm nur einen jüdischen Geselligkeitsverein sehen, zum Ausdruck gekommen. Infolgedessen hat sich — nicht zum wenigsten unter der Einwirkung der von und auf dem letzten K. T. gegebenen Erklärungen.....folgendes begeben: Herr Dr. Heimendinger hat sich seit Semestern im Verein nicht mehr betätigt, sich vielen Bbr. Bbr. und der Korporation als solchen gegenüber durchaus unbundesbrüderlich gezeigt und durch Aeusserungen und Taten bewiesen, dass er nicht auf dem Boden der Tendenz steht; fern-er haben die Herren Oppenheimer und Cahn durch ihren unglaublichen Indifferentismus in Vereins- und jüdischen Dingen überhaupt bewiesen, dass sie nicht mehr in den Kähmen des heutigen B. J. C. hineinpassen. So war es die Uebcrzeugung der überwiegenden Majorität, in der alle führenden Bbr. Bbr. w aren, dass es im Interesse des Vereins liege, die drei erw ähnten Herren zum Austritt zu bewegen....." Trotzdem erklärten mit Herren F r ä n k e 1 iroch die Herren Lang, Baer m a n n , B e r g h e i m c r und K o Ii n ihren Austritt, die meisten, noch bevor sie unser Rundschreiben gelesen, nach Kenntnis aber trotzdem auf ihrer Erklärung beharrend. Mein lieber Leibbursch, Herr Lang, Freund und Leibfuchs von Heimendinger, der mit Vorliebe seit Jahren sich Zionist nennt und eifrig Skat spielt, erklärt, ,,dass der neue Kurs im V. J. St. ihm zu zionistisch sei; das deute, sagt der Zionist Lang, auf eine völlig einseitige Auffassung vom Judentum. Der V. J. St. solle der Sammelpunkt aller bewusst jüdischen Studenten bleiben." Als ob ihm jemals Jemand das Letztere bestritten hätte. Oder will Lang, dass die Vereinsleitimg die so mannigfaltigen Weltanschauungen, die es nach dem Zionisten Lang auf der Grundlage des bewussten Judentums geben soll, auf die einzelnen V. J. St.-er verteilt, damit ja keine bei uns zu kurz käme? Doch weiter! Das Vorgehen gegen die drei A. H. A. H. sei für ihn nur die Veranlassung gew esen;'er sagt, dass wir uns dazu erdreistet" haben, obwohl er sich selbst mir gegenüber schon vor Jahren, als er noch Fuchs war, über Cahn und