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Der jüdische Student · 1908-11-25 · Heft 7-8 (25.11.1908) · p. [Seite]

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Journal
Der jüdische Student
Volume
5 (1908-1909)
Issue
Heft 7-8 (25.11.1908)
Date
1908-11-25
Page
[Seite] (sequence 15)
Language
German
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Der jüdische Student. 143 einstimmung der älteren Mitglieder des V. J. St. — auch vieler inzwischen ausgetretenen —dass diese Herren mit unseren Zielen wenig gemein haben, und dass auch auf Grund von Erfahrungen ihre Mitgliedschaft für die innere und äussere Entwicklung des Y. J. St. als nachteilig empfunden wurde. Aber es hatte bisher stets die sog. Veranlassung zum Vorgehen gefehlt, oder auch der Verein hatte wegen Mangels an zielbewussten Mitgliedern bis jetzt eine etwaige Gelegenheit sich entgehen lassen; kurz und gut, dieses Semester waren wir stark; eine derartige Gelegenheit zu versäumen, konnte sich nicht mit unserem lebhaften Wunsche, den V. J. St. besseren Zeiten zuzuführen, vereinbaren lassen, und so kam es, dass.auf dem Konvent folgende Resolution beantragt wurde: „Mit fernerer Bezugnahme auf obige Erklärungen von und auf dem K. T. zu Königsberg nimmt auch der Konvent die Gelegenheit wahr, den Indifferentismus, mit welchem die A. EL A. EL Cahn und Oppenheimer dem öffentlich jüdischen wie dem Vereinleben fremd gegenüberstehen, zu missbilligen. Auch sie werden aufgefordert,, zu dieser Resolution Stellung zu nehmen/' Dieses Vorgehen erzielte zunächst seine Wirkung nicht. Da wir noch etwas jung und gutmütig sind, Hessen wir uns von Herrn Oppenheimer, der für die kommende Zeit jüdische Betätigung in Aussicht stellte, umstimmen, seinen Namen zu streichen; während Herr Cahn, bevor und nachdem die Resolution über ihn angenommen worden, ungefähr erklärte, er stehe auf dem Boden der Tendenz; alles andere ginge uns nichts an, er bleibe. Somit hatten wir auf diesem Konvent nichts erreicht. Denn an Versicherungen von Herrn Oppenheimer, die nichts bedeuteten, konnte uns ebensowenig gelegen sein. Andererseits war es klar, dass nach diesem Vorfall ein einigermassen bundesbrüderliches Verhältnis zwischen uns und den beiden Herren nicht mehr gut denkbar war. Dazu kam noch, dass wir inzwischen auf Neue die Gelegenheit hatten, wahrzunehmen, wie uns in einer anderen Gelegenheit von diesen Herren eine unsachliche Parteinahme zu erwachsen drohte; und deshalb beschlossen wir -— nicht wie zuerst einige wollten, in der Dummheit konsequent zu bleiben, sondern um diese wieder gut zu machen — den Kampf aufs Neue wieder aufzunehmen. Herrn Oppenheimer wurde eine entsprechende Mitteilung gesandt, Herrn Cahn folgende Erklärung: „Der Konvent ist der Ansicht, dass A. H. Cahn den Anforderungen des Vereins nicht genügt, und wünscht dringend, dass er sein Verhältnis zum Verein löse." Dies beantworteten die beiden Herren dahin, dass sie es unter ihrer Würde halten, mit den Strassburger V. J. St.-ern in irgend einem Kontakt zu sein, und dass sie ihren Austritt erklärten. Endlich waren wir so weit. Aber es kam doch noch etwas anders. Die Herren Cahn und Oppenheimer bekamen nun auf einmal das unwiderstehliche Verlangen, sich jüdisch zu betätigen, und ----- was sie Während ihrer ganzen Studentenzeit wohl noch nie getan haben mögen — sie setzten sich hin und erliessen Rundschreiben. Was sie darin schrieben, war nicht gerade echt jüdisch, aber für die

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