Der jüdische Student
- Journal
- Der jüdische Student
- Volume
- 5 (1908-1909)
- Issue
- Heft 7-8 (25.11.1908)
- Date
- 1908-11-25
- Page
- [Seite] (sequence 14)
- Language
- German
- Belongs to
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142 Der jüdische Student. Zeit, da wir gerade von Heimendinger mit Recht etwas erwarten durften, seine werte Mitgliedschaft für all unser Reden und Handeln ein steter Schlag ins Oesicht geworden; und nun wollten wir die Wange nicht mehr länger halten, und immer geneigt zu warten, bis er selbst müde und schliesslich noch uns den Fusstritt der Austrittserklärung versetzte — wir schwebten stets in dieser etwas unangenehmen Erwartung —glaubten wir, dass die zu wahrende Würde des V. J. St. es erheische, dem zuvorzukommen, und sandten ihm folgende Resolutionen: ..Der A. C. erklärt es für unter seiner Würde, die von A. Ii. Dr. Heimendinger am Anfange des W. S. 1907/08 versprochen und trotz wiederholter Aufforderung nicht bezahlten 10 Mark für den Bibliotheksfonds fernerhin anzunehmen/4 Ferner vom B. C.: „Der 7. o. K. T. hat seiner Ueberzeugung dahin Ausdruck verliehen, dass die A. H. I iste des B. J. C. Namen enthält, deren Träger innerlich nicht mehr zu uns gehören und fordert deshalb die einzelnen V. J. St.-er auf, die von ihnen geführten und in frage kommenden A. H. A. H. zu einer entsprechenden unumwundenen Erklärung zu veranlassen." Ferner haben alle Delegierte ausnahmslos im Zusammenhange mit der Tendenzdebatte ihre Ansich über unsere Tendenz mit der Erklärung kundgegeben: „Es ist Aufgabe des B. J. C, geschlossene jüdische Persönlichkeiten zu erziehen, die als A. H. A. H. in Freundschaft zusammenstehend den Kampf für die Regeneration des jüdischen Volkes aufzunehmen verpflichtet snd." Mit Bezugnahme auf diese Erklärungen stellt es der Konvent zu seinem tiefen Bedauern fest, dass A. H. Dr. Heiniendinger den Anforderungen, die wir billigerweise an ihn als A. H. zu stellen berechtigt sind, in keiner Weise genügt und zwar sowohl, was die Vertretung und Propagierung unserer Ideen nach aussen, als auch was sein Verhältnis zur Korporation anbetrifft. Insbesondere hält ihn der Konvent auch wegen seines losen Zusammenhanges mit dem Vereinsleben, wie auch wegen seiner oftmals bezeugten Gleichgültigkeit seinem Leibfuchsen gegenüber für nicht geeignet, in unserem Sinne und intensiv genug auf ihn einzuwirken. Indem der Konvent das Verhalten von A. H. Dr. Heimendinger aufs schärfste missbilligt, fordert er ihn auf, auf dem nächsten Konvent hierzu Stellung zu nehmen/" Die Antwort hierauf war die Austrittserklärung Herrn Dr. Heimendingers, wie in solchen Fällen üblich, in die Hülle der gekränkten Leberwurst eingekleidet. Was uns zum Vorgehen gegen") die Herren Cahn und besonders Oppenheim er veranlasste, hat Bbr. Ludwig Mayer in der vorigen Nummer des Jüd. Stud. ebenfalls angedeutet. Es war das Urteil nicht bloss der gesamten Aktivitas, sondern auch die Ueber- *) Inwieweit A. H. Dr. Blum in diese Angelegenheit von uns hineingezogen wurde, ist absichtlich heule weggelassen, da diese Angelegenheit noch nicht erledigt ist.