Der jüdische Student
- Journal
- Der jüdische Student
- Volume
- 5 (1908-1909)
- Issue
- Heft 7-8 (25.11.1908)
- Date
- 1908-11-25
- Page
- [Seite] (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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134 Der jüdische Student. seines Gegners unter Darlegung des judentumsfeindlichen Charakters der Assimilationsverbindungen zutreffend zurück. Er gelangt dazu, dass nur B. J. C. und K. Z. V. für jüdisch-studentische Arbeit in Betracht kämen, um allerdings, wie vorauszusehen, das Prinzip des K. Z. V. als das richtigere zu beurteilen.. An seinen im wesentlichen unanfechtbaren Ausführungen prallt auch ein zweiter durch sie schon im voraus widerlegter Artikel des Dr. Kassel ab. Dieser Artikel bringt als interessanten Punkt die Mitteilung, dass sein Verfasser selber einer der von ihm verteidigten Assimilationskorporationen angehört. Dieser Punkt scheint mir den psj'ohologischen Anlass des seinen zionistischen Verfasser doch eigentlich kompromittierenden Artikels zu verraten. Man muss aber den Versuch des Verfassers, die Vereinigung der Zugehörigkeit zu einer Assimilationsverbindung und zum Zionismus zu rechtfertigen, als missglückt ansehen. Als nicht uninteressantes Ergebnis dieser Pressäussorungen ist m. E. die Bestätigung der Erfahrung zu verzeichnen, dass über studentische Korporationen fast nur von durch Zugehörigkeit Interessierten geschrieben wird. Der Gedanke an diese Lehre liegt einem auch nahe, wenn man einen anonymen Artikel über jüdische Studentenverbindungen in Nr. 42 des Israelit (v. 22. Okt.) liest, in welchem über K. C, B. J. C, K. Z. V. und B. J. A. geredet und nach Absägung der ersten drei Verbände der B. J. A. als der alleinige Verband gepriesen wird, „der der Forderung des Tages gerecht wird4'. Eine gewisse Sachkenntnis der Organisation und der Tendenz des B. J. C. wie der übrigen Verbände — die allerdings eine grobe (vielleicht absichtliche?) Verkennimg anderer Beziehungen der Tendenz nicht hindert — lässt mit Sicherheit darauf schliessen, dass der Artikel, wenn nicht von einem IB. J. A.-er, so jedenfalls von einem diesem Verbände sehr nahe stehenden Verfasser herrührt. Wann haben sich auch jemals die Neuorthodoxen für die Bestrebungen und Einrichtungen der modern-jüdischen akademischen Jugend interessiert, bevor ihnen durch Erstehen ihrer akademischen Leibgarde, des Bundes jüdischer Akademiker, dieses Interesse nahegelegt wurde? —- Eine Stelle sei aus der Charakteristik des B. J. C. abgedruckt: Der B. J. C. bedeutet eine ernste G e f a Ii r für den gesetzestreuen Studenten. Der Zionismus kann mit einem Schimmer von Berechtigung von sich behaupten, er sei zunächst imd vor allem eine politische Bewegung, die mit den religiösen Differenzen unmittelbar nichts zu tun habe, sich um die privaten Ueberzeugungen nicht zu kümmern brauche. Das trifft aber beim B. J. C. von vornherein nicht zu. In den Statuten des B. J. C. heisst es, dass er die wissenschaftliche Erkenntnis des Judentums fördern wolle. Die Erkenntnis des Judentums kann aber nun und nimmer von einer über die tiefsten religiösen Grundsätze sich hinwegsetzenden Verbin-