Der jüdische Student
- Journal
- Der jüdische Student
- Volume
- 5 (1908-1909)
- Issue
- Heft 7-8 (25.11.1908)
- Date
- 1908-11-25
- Page
- [Seite] (sequence 5)
- Language
- German
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133 überragendem Geiste ■— nach dem Worte des Festredners vom V. I). St. — sich die Gegensätze versöhnen" — einen besonderen Fluldigungszug veranstaltet. In Bonner Kreisen erregt diese Tatsache grosses Aufsehen. Die jüdische Verbindung wird ohne Zweifel der schweren Situation sich gewachsen zeigen und in jüdischem Sinne die Konsequenz ziehen. Der Vorfall entging allerdings dem Schicksal, eine „Frage'4 zu werden, indem-er einfach tot geschwiegen w urde. Soweit die Konsequenzen der jüdischen Verbindung der Oeffentiichkeit bekannt wurden, bestanden sie nur in folgendem, offenbar inspiriertem Hinweis, den ein Bericht des „Bonner General-Anzeigers'4 über den Kartelltag des K- C. nach Mitteilung der üblichen deutsch-nationalen Reden bringt: Erwähnt sei noch, dass die Zusammenkunft des K. C. längst vor der Bonner Bismarck-Feier beschlossen war, also durch letztere nicht veranlasst worden ist. —- üebrigens wurde im Verlaufe des Kommerses über die Fackelzug-Ange- . legenheit von Referendar Alsbe rg aus Köln ein eingehendes Referat erstartet, worin irisbesondere mitgeteilt wurde, dass die Aufforderung zur Teilnahme am Bismarck-Fackelzug vom Rektor ohne Veranlassung der Rheno-Silesia an letztere erfolgt sei. Damit hat sich allerdings die redaktionelle Hoffnung des zionistischen Blattes, dass die Verbindung in jüdischem Sinne die Konsequenzen ziehen werde, als trügerisch erwiesen. Die jüdische Verbindung hat nach wohlbekannter Assimilantenw eise die Demütigung —- als eine damit für sie wohlverdiente, nur leider auch die andere jüdische Studentenschaft treffende — stillschweigend hingenommen und vor der Oeffentiichkeit nur die Rechtfertigung abgegeben, dass sie sich zur Teilnahme an dem Fackelzug nicht aufgedrängt habe. Man möge diesen Vorfall im Gedächtnis behalten, um bei enscheidender Gelegenheit damit zu beweisen, dass der jüdischen Sache lediglich mit Mensuren wegen antisemitischer und studentischer Beleidigungen denn doch zu wenig gedient wird. Von dem geschilderten Vorfall ausgehend, hält es Dr. med. Carl Kassel in Posen in einem Artikel der Nr. 35 der J. R. für verfehlt, jüdische Verbände, wie den K. C. zu bekämpfen. Der Verfasser schreitet aber fort und empfiehlt die paritätischen Korporationen dem besonderen Wohlwollen der Zionisten. Ich sage dem besonderen; denn die drei jüdischen Studentenverbände lehnt er ausdrücklich ab. Die paritätischen Verbindungen hält er indes für sehr wertvoll für die jüdische Sache — er nennt sie geradezu jüdische Verbindungen —, da sie ihren Mitgliedern gute Sitten anerzögen, während schon durch die politischen Umstände verbürgt würde, dass sie gute Juden würden. Der Artikel erzeugte einen wahren Rattenkönig von anderen Artikeln zu dieser Sache, von denen der des cand. med. Teilhaber'als die beste Entgegnung hervorgehoben sei. Dieser K. Z. V.-er weist die verirrten-Ansichten