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Der jüdische Student · 1908-11-25 · Heft 7-8 (25.11.1908) · p. [Seite]

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Journal
Der jüdische Student
Volume
5 (1908-1909)
Issue
Heft 7-8 (25.11.1908)
Date
1908-11-25
Page
[Seite] (sequence 7)
Language
German
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Der jüdische Student düngen gelehrt werden. Die Erkenntnis des gesetzestreuen Judentums ist eine ganz andere, als die des gesetzcsuntroiien. Auch jüdische Geschichte lehrt der B. J. C. Aber die Geschichtsauffassung eines Graetz ist himmelweit verschieden von der eines Halevy. Welche lehrt nun der Fuxmajor des V. J. St.? Die biblische Geschichte, das Zeitalter der Tanaim und Amoraim, der Kämpfe des Maimonides, des Eibenschütz, man kann sie nur in gesetzestreuem oder in gesetzesuntreuem Sinne lehren. In welchem Sinne lehrt sie der Fuxmajor des V. J. St.? Und ferner: In dem jüngst versandten Berichte des B. J. C. (vergl. die letzte Nummer unseres Blattes) heisst es, ,,dass die jüngeren Mitglieder mit den wichtigsten Prägen der jüdischen Gegenwart vertraut" gemacht wurden. Sind wir denn wirklich schon so weit gekommen, dass die religiösen Fragen nicht mehr zu den wichtigsten Fragen der jüdischen Gegenwart gehören, und' \v e n n sie dazu gehören, in welchem Sinne wurden sie behandelt? Hing das etwa von der Eigenart des jeweiligen Fuxmajors ab? Von seinem Takte und seiner Toleranz? Und dann wird die glorreiche Tätigkeit des B. J. A. folgendermassen gepriesen: Er lehrt sie die Hände rein halten vorn Blute des Nächsten und Schmisse als Armutszeugnisse erachten. Er lehrt sie endlich, wie ehedem Unwissenheit als Schande empfinden, und spornt sie zum Studium des Gesetzes an. Im Gegensatz zum K. C. und B. J. C verschmäht er Farben und Bierzipfel und drängt sich nicht in die nichtjüdische Oeffentlichkeit. Still im Kreise der Juden will er die grosse Aufgabe erfüllen, die er übernommen: Seine Mitglieder zur tRiiesten, zuverlässigsten Kerntruppe des (iottesgesetzes zu erziehen usw. usw. Man erkennt, dass der Artikel mit mehr (iott\ ertrauen als Intelligenz geschrieben ist. Dann aber auch mit einem Fanatismus, der von dem Hasse zeugt, der in jenen Kreisen gegen uns gepflanzt wird. Ist zwar der Mangel jedes politischen Sinnes, der sich darin kundgibt, dass in politisch bewegten Zeiten der „vom erprobten Führer geleitete, Vereinsschiurkt allein als ,,die Forderung des Tageskt bezeichnet wird, zu ertragen, so ist solches jedenfalls nicht eine derart gehässige Gegnerschaft, wie sie von dieser Seite an kleineren Universitätsstädten mit vorwiegend orthodoxer Bevölkerung gegen unsere Karteilvereine nicht immer ohne Erfolg betrieben wurde. Diese Erwägung sollte für unsere Stellung nähme zur Orthodoxiemassgebend sein. — Im Anschluss an die frühere Meldung von der A u e r k e nn u n g der jüdischen Nationalität an der Wiener Universität (vgl. Nr. 1 und 4 dieser Zeitschrift) bringe ich folgende, den gleichen Erfolg der jüdischen Kommilitonen in Lemberg verzeichnende Meldung der „Welt44 in ihrer Nr. 25 (vom 26. VI.) : 135

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