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Der jüdische Student · 1909-02-24 · Heft 11 (24.2.1909) · p. [Seite]

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Journal
Der jüdische Student
Volume
5 (1908-1909)
Issue
Heft 11 (24.2.1909)
Date
1909-02-24
Page
[Seite] (sequence 21)
Language
German
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Der jüdische Student. 245 In ihr ist lediglich der abwehrende Standpunkt des gebildeten und wohlwollenden Christen gegenüber dem Radau- und Gewaltantisemitismus jener Tage zum Ausdruck gelangt. Charakteristisch ist es, wenn es dort heisst: ,,Ich glaube, mich in genauester Fühlung mit den Anschauungen der Versammlung zu befinden, wenn ich zunächst konstatiere, dass derjenige noch kein Antisemit ist, der lediglich eine Idiosynkrasie gegen die geistigen, sittlichen oder körperlichen Qualitäten der meisten ihm bekannten — wohl verstanden, ihm bekannten — Juden hegt". Und diese Anschauungen werden uns jetzt als Standpunkt der F. VV. V. schlechthin aufgetischt, der F. W. V., die heute fast ausschliesslich aus Juden % besteht! Das ist so bezeichnend, dass man sagen kann: gerade dadurch, dass das Taschenbuch über eine Stellungnahme der heutigen F. W. V.er zur Judenfrage nichts enthält, wird das Bild, das dieses Buch von der F. W. V. gibt, besonders treffend. S. M. Dringende Bitte um Mitarbeit. Mit einem ans Unglaubliche grenzenden Optimismus und auf die Gefahr hin, bei denen, die das Gefüge des B. J. C. gründlich kennen, nur ein mitleidiges Lächeln zu erwecken, w ende ich mich an euch, liebe Bundesbrüder, mit der dringenden Bitte um helfende Mitarbeit. Ich will mich präziser fassen: nur zu denen von euch spreche ich, die wirklich eine (leichte!) Arbeit übernehmen wollen für eine Sache, die dem B. J. C, sehr zu gute kommt. Was für Anregungen ich auch bisher im J. St. zu (mehr oder minder wissenschaftlichen)' Arbeiten gegeben habe, sie wurden alle infolge der Unlust und Trägheit der Bundesbrüder (und der Vereine) zu Wasser. Vielleicht, dass endlich einmal etwas erreicht werden kann. Ich weiss, dass 300 Bbr. Bbr. diese Zeilen lesen und - vergessen werden; wenn aber nur die übrigen 100, nur hundert, sich bei mir melden wollten, so wäre der Erfolg sicher. Worum handelt es sich denn? Ich bin seit Monaten in meinen von beruflicher Tätigkeit freien Stunden mit Vorarbeiten beschäftigt für ein grösseres Werk, das ich zu schreiben gedenke über: Die Juden und die Universitäten. Ich kann euch heute nicht den Plan und die beabsichtigte Anlage des Ganzen skizzieren, verspreche aber, mich darüber zu Beginn des Sornmersemesters hier zu verbreiten. Für jetzt nur soviel, dass es sich um eine Sammlung sämtlicher auf jüdisch-studentische Verhältnisse bezüglicher geschichtlich belegbarer Daten handelt (Universitätsakten, staatliche Verfügungen, Zulassungsurkunden, Statistiken; Vereinsverhältnisse, Dozenturen etc. etc., wie ich noch ganz detailliert auseinandersetzen werde); dann aber um eine historischen Anforderungen genügende Darstellung des Entwicklungsganges der verschiedenen betreffenden Zustände. Dazu ist vor allem eine überaus gründliche und lückenlose Behandlung allen verwendbaren Materials unerläss-

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